Bilfinger setzt auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, um sein Wachstum voranzutreiben. Das Ziel ist ambitioniert. Man will zur Nummer 1 aufsteigen und auch noch deutlich rentabler werden. Warum CEO Thomas Schulz eine Revival der Kernenergie sieht und auch im Öl- und Gasmarkt durchaus noch Musik ist.
CEO Thomas Schulz und CFO Matti Jäkel bei der Bilfinger Jahrespressekonferenz in Frankfurt
(Bild: Bilfinger)
Gut ein Jahr hatte Bilfingers neuer CEO Thomas Schulz Zeit sich zu sortieren und zu überlegen, wie er den Industriedienstleister für die Zukunft aufstellt. Jetzt präsentiert er auf seiner zweiten Bilanz-Pressekonferenz flankiert von Finanzchef Matti Jäkel die Konzernstrategie: Bilfinger will effizienter und schlanker werden und „wir wollen uns als Nummer 1 für Kunden bei der Steigerung von Effizienz und Nachhaltigkeit positionieren,“ verkündete Schulz.
Umsatztreiber Energiewende und Klimawandel
Das Geschäftsmodell dahinter klingt einleuchtend, geht es schließlich darum, die Rentabilität der Kunden durch „Verbesserung von Effizienz und Nachhaltigkeit“ zu steigern,. Und in Zeiten von Energiewende und Klimawandel gibt es wohl kaum ein Unternehmen, das nicht interessiert wäre, Energieverbrauch und Emissionen zu senken. Doch zunächst geht es für Bilfinger erst einmal darum selbst rentabler zu werden, um das angestrebte Ziel der operativen Excellence zu erreichen und Vertriebs-und Verwaltungskosten in den Griff zu bekommen.
Dazu gibt es seit Herbst letzten Jahres ein Effizienzprogramm, das bis Ende des Jahres rund 750 Stellen hauptsächlich in der Verwaltung kosten wird. Wo und wie genau das sein wird, ob durch Aufhebungsverträge, vorzeitigen Ruhestand oder Stellenabbau, ließ Schulz mit Verweis auf die gerade laufenden Verhandlungen offen. Das Einsparpotenzial beziffert er jedoch mit 55 Millionen Euro jährlich, von dem Gesparten soll ein viertel in Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen reinvestiert werden.
Auch mit einem Ebita von drei Prozent wie in diesem Jahr will man sich nicht länger zufriedengeben. Von 2025 bis 2027 soll dieser auf sechs bis sieben Prozent ansteigen. Und man möchte von den Ratinggesellschaften auch wieder einen Investment Grade erhalten.
Europa, Nordamerika und mittlerer Osten als Zielregionen
Laut Schulz will sich Bilfinger weiterhin auf die Zielmärkte Energie, Chemie & Petrochemie, Pharma & Biopharma und Öl & Gas und zwar in Europa, Nordamerika und den mittleren Osten konzentrieren: Befragt nach der M&A-Strategie erklärt Finanzchef Jäkel. Es gehe um Scale Deals, die auf die Kernkompetenzen einzahlen, also z.B. um die „regionale Verstärkung von Dienstleistungen, die helfen sollen Geld zu verdienen.“ Man wolle den Kunden in ihre Märkte folgen und sie bei den Projekten unterstützen. Ziel sei es nicht, Bilfinger weltweit auszuweiten.
Weitergehen soll der Verkauf, der unter „Other Operations“ zusammengefassten Bereiche, die nicht mehr als Kerngeschäft definiert werden. 2021 hat man sich bereits vom Tochterunternehmen Bilfinger Rohrleitungsbau getrennt sowie von Bilfinger Greylogix sepa und aqua.
Und wo soll nun das Wachstum herkommen? Zum einen sollen sich die zum Teil Jahrzehnte dauernden Kundenbeziehungen in zusätzlichen Umsatz niederschlagen. Vor allem im Engineering & Maintenance-Geschäft, wo der Löwenanteil des Umsatzes aus langjährigen Service- und Rahmenverträgen herrührt, soll der Anteil von derzeit knapp über 60 Prozent in den nächsten Jahren auf 80 Prozent steigen, während das Projektgeschäft entsprechend zurück gehen soll. Auch höhere Preise für die Dienstleistungen wollen die Schulz und Jäkel in Zukunft durchsetzen. Man sehe sich hier in einer guten Position selbstbewusst an den Kunden heranzutreten, sagen CEO und CFO unisono.
Aber auch das Projektgeschäft im Segment Technology soll zum Wachstum beitragen. Man mache keine Projekte um der Projekte willen, sondern das was man tue solle dazu passen und die Wertschöpfungskette z.B. in Richtung Maintanance erweitern, erklärt Technology-Chef Thorsten Hoppe auf dem Capital Market Day vor Analysten.
Es werden wieder mehr Kernkraftwerke gebaut
Zuwächse verspricht sich Schulz auch von einem Wiedererstarken der Kernenergie, das er eigenen Aussagen außer in Deutschland in Ländern wie Saudi Arabien, England, USA, Polen usw. zufolge beobachte. Der Geschäftsbericht des Jahres 2022 verzeichnet im Kernkraftwerksbau einen Wachstum des Auftragsbestands von zehn Prozent.
2020 sorgte der 68 Millionen Euro-schwere Auftrag für den Bau des neuen Kernkraftwerks Hinkley Point C in Südwestengland für einen warmen Regen. Bilfinger übernimmt hier die Ausführungsplanung, das Lieferantenmanagement, die Herstellung und die Installation von Rohrleitungssystemen. Bis 2025 für den Bau des neuen Kernkraftwerks Hinkley Point C in Südwestengland erhalten. Der bis 2025 laufende Auftrag werde in den Bilfinger-Segmenten Engineering & Maintenance Europa sowie Technologies verbucht, heißt es im Geschäftsbericht.
Stand: 08.12.2025
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Ebenso erwartet er weitere Aufträge aus der Öl-und Petrochemie. Z.B .stehen in Europa in den nächsten zwei Jahren laut Geschäftsbericht 2022 Großrevisionen (Turnarounds) und große Opex-Projekte an.
Viele Potenziale sieht Schulz auch in neuen Technologien, zum Beispiel bei der Herstellung und dem Transport von Wasserstoff, der Abscheidung und Speicherung von CO2 oder der Errichtung und Wartung von Produktionsanlagen für Elektrobatteriekomponenten. Ein Projekt zur Wasserstoffelektrolyse bei RWE läuft gerade. Hier ist Bilfinger als Systemintegrator mit im Boot.