Kreiselpumpen Edelstahl-Hochdruckpumpen für die Wasseraufbereitung

Autor / Redakteur: Bernd Eggert / Dr. Jörg Kempf

Die mehrstufige Edelstahl-Hochdruckpumpe der Baureihe CR von Grundfos gilt als Klassiker unter den Pumpen für die Wasseraufbereitung. Eine Vielzahl von Anlagenbauern hat dieses Aggregat als Standard gelistet.

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Während Pumpen-Hersteller und Anwender gleichermaßen von den Vorteilen einer Standardisierung profitieren – Stichworte: Großserien-Produktion, niedrigere Investitionskosten, einfache Lagerhaltung, problemloser Austausch von Gleichteilen – möchten viele Betreiber dennoch nicht auf spezifische Varianten verzichten. Denn diese bieten ohne Frage gewichtige Vorzüge: Sie optimieren Prozess-Kreisläufe, und für spezielle Medien sind Überwachungseinrichtungen, widerstandsfähige Werkstoffe und angepasste Dichtungslösungen unabdingbar. Ungünstige Temperatur-/Druck-/NPSH-Verhältnisse müssen durch entsprechende konstruktive Maßnahmen kompensiert werden. Obwohl sich „Standardisierung“ und „Varianten“ auf den ersten Blick auszuschließen scheinen, gibt es dennoch eine Lösung: Das Upgrading standardisierter Pumpen mit individuellen Modifikationen.

Pumpen nach Maß: CR-Baukasten

Für viele OEM-Kunden bietet bereits das Standard-Lieferprogramm von Grundfos eine passende Lösung. Wenn aber die Pumpen in speziellen Maschinen, Apparaten oder Anlagen zu integrieren sind, Abmessungen, Fördermedien oder Förderleistungen besondere Anforderungen an Konstruktion, Werkstoff und Ausstattung stellen, entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit seinen Kunden auch höchst individuelle Ausführungen.

Dafür stehen rund 400 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Bjerringbro (Dänemark) bereit, die kontinuierlich sowohl an der Verbesserung bestehender als auch an der Entwicklung neuer Produkte arbeiten. Spezifische Werkstoffe, Konstruktionen sowie Antriebs- und Regelungstechniken werden dabei ebenso berücksichtigt wie die individuellen Aufgaben der OEM-Kunden.

Meist geht das Anpassen der Pumpen aber einfacher: Bei der CR-Baureihe (mehrstufige Hochdruckpumpen für die Industrie, Kommunen und OEM-Kunden) kann der Anwender unter einer Vielzahl von Varianten und Zusatzausrüstungen wählen. Für diverse Medien (korrosiv, abrasiv, hochviskos), hohe Drücke sowie einen breiten Temperaturbereich stehen unterschiedliche Werkstoffe, spezielle Gleitringdichtungen und auch eine Ausführung mit Magnet-Kupplung zur Verfügung. Trotz der Standardisierung wichtiger Bauteile ist so eine Pumpenauslegung nach Maß möglich (siehe Info-Kasten).

Dieses Pumpenprogramm, das elf Baugrößen, vier Werkstoffausführungen und eine Reihe unterschiedlicher Anschluss- und Ausstattungsvarianten zu bieten hat, ist das vielfältigste und umfassendste auf dem Markt. Die Baureihe deckt den Förderstrombereich zwischen 0,3 und 120 m3/h bei Förderhöhen bis 470 m ab.

Wasser intelligent nutzen

Diese Variantenvielfalt hat auch den Anlagenbauer Falk in Westerburg überzeugt. Nach Gründung des Unternehmens im Jahre 1989 avancierte Falk rasch zum Spezialisten für Rein- und Prozesswasser-Anlagen. Als Technologien nutzt der Spezial-Anlagenbauer generell Membrantechnologien (Umkehrosmose, Mikrofiltration, Ultrafiltration, Nanofiltration), Vollentsalzungs- und Enthärtungsanlagen, die Elektro-Deionisation (EDI), die UV-Entkeimung sowie die Aktivkohle/Adsorbertechnik inklusive der Partikelfiltration.

Falk setzt zudem auf die Technologie der elektrochemischen Oxidation (ECO), insbesondere zum TOC-Abbau (Total Organic Carbon) und auch zur Desinfektion. Zusammen mit der zur Kreislaufführung von VE-Wasser entwickelten Elektro-Deionisation ist es durch intelligente Kombination beider Techniken möglich, auf den Einsatz von Aktivkohle/Adsorberharzen und Mischbett-Ionenaustauschern zu verzichten. Die somit entbehrliche Regeneration entlastet die Umwelt und das Kostenbudget, entfallen doch die dafür bisher eingesetzten Säuren/Laugen und das Spülwasser; last, but not least spart der Betreiber auch Energie ein. Bei beiden Verfahren kann außerdem auf eine zusätzliche UV-Desinfektion verzichtet werden.

Wo immer dies möglich ist, konzentriert sich das Unternehmen auf den wirtschaftlichen Umgang mit Wasser und Energie. „Geschlossene Kreisläufe sind die zeitgemäße Technologie für den ökologischen und ökonomischen Umgang mit Wasser“, so der technische Geschäftsführer Erhard Burggraf. Und er fährt fort: „Wir passen die Standard-Technologien der Wasseraufbereitung an die jeweiligen Branchenbedürfnisse an.“ 90 Prozent aller Anlagen hat Falk so bereits für den Kreislaufbetrieb konzipiert. Bei den meisten Reinigungsaufgaben bietet sich dies auch an: Das Wasser, das zum Beispiel für die Reinigung von optischen Linsen verwendet wird, ist nur gering mit Waschmitteln und Chemikalien verunreinigt, es kann also einfach aufgefangen, aufbereitet und dem Prozess wieder zugeführt werden.

Hilfreich: Flexible Produktpalette

Hilfreich ist dabei die flexible Produktpalette der Grundfos-Industriedivision. Falk setzt horizontal ausgerichtet CHI-Pumpen sowie vertikale CRN-Pumpen ein: CRN-Pumpen hauptsächlich dort, wo höhere Drücke erforderlich sind – also bei Umkehrosmose- und Ultrafiltrationsanlagen. Erhard Burggraf schätzt den hohen Wirkungsgrad dieser Pumpen ebenso wie die Möglichkeit der platzsparenden vertikalen Inline-Montage. „Wir installieren seit 16 Jahren Pumpen von Grundfos: Zwischendurch haben wir auch mal mit anderen Herstellern geliebäugelt – und haben diese Idee rasch fallen gelassen. Wir bekommen bei Grundfos eine hervorragende Beratung und zuverlässige Technik – was will man mehr?“

Berater mit Branchenkenntnis

Auffallend bei Falk ist die mit Grundfos vergleichbare Vorgehensweise bei der Markterschließung: Unternehmensstrategie ist es, sich auf bestimmte Branchen zu fokussieren, deren spezifische Verfahrensweise und die typischen Aufgabenstellungen zu analysieren und dann eine effektive Reinwasser-Verfahrenstechnik anzubieten. So gibt es mittlerweile spezifische Lösungen für Reinigungsaufgaben in der Optikindustrie, in der Elektronikindustrie, in der Metallverarbeitung und auch für die Belange der Druckereien.

Geschäftsführer Peter Leyendecker: „Wir bieten in erster Linie Know-how an, die Geräte haben so gesehen eher sekundäre Bedeutung und dienen der geeigneten Umsetzung.“ Viel wichtiger sei in der Praxis, dass der Wasseraufbereiter die Verfahrensabläufe beim Anwender kenne. Und deshalb sind im Hause Falk für eine bestimmte Branche stets Fachberater aktiv, die aus dieser Branche kommen und als Insider eine Menge Kniffs und Tricks selbst kennen gelernt haben. Vorteil für den Anwender ist, dass er mit solchen Insidern die gleiche Sprache spricht, es gibt keine grundsätzlichen Verständigungsprobleme.

Für ein mittelständisches Unternehmen wie Falk ist wichtig, dass Komponentenhersteller und Zulieferer prompt liefern und auch sonst rasche Unterstützung bieten. Mit einer eher schmalen Personaldecke kann man nicht europa- oder gar weltweit einen permanent verfügbaren Service anbieten. Da zahlt es sich aus, mit Partnern zu arbeiten, die eine breite Service-Logistik bereits aufgebaut haben und im Falle des Falles selbst schnell Teile austauschen. Aus Erfahrung weiß man bei Falk, dass der Pumpenhersteller Grundfos sich problemlos in die eigene Servicestrategie mit einbinden lässt.

Der Autor ist Key Account Manager Wasseraufbereitung, Industriedivision, Grundfos, Erkrath.

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