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Mint-Frauen

Diese Ansprüche stellen Ingenieurinnen an Arbeitgeber

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Jo Hannaford, ist die Technikchefin für den EMEA-Raum bei Goldman Sachs. Im Blog des Unternehmens gibt sie Impulse, wie Industrie-Unternehmen sich für Mint-Frauen interessant machen können. Sie merkt an, dass es wohl einen Wandel im Verständnis von Technik und Industrie gegeben haben muss, der Frauen den Zugang vergällt. Es müssen also Maßnahmen her, die Frauen wieder in die Branche bringen – und sie hier halten.

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„Es gibt heute eine Reihe von herausragenden Frauen in der Technik, zu denen man aufschauen kann”, schreibt sie. Doch am Arbeitsplatz fehlen sie. Wie wichtig das direkte, greifbare Vorbild ist, wird durch die Erfahrungen von Vogel-Heuser bestätigt. Sie beobachtet, wie an ihrem Lehrstuhl die Zahl der Doktorandinnen signifikant zunimmt, seit sie dort lehrt. Auch Sophia Hatzelmann, amtierende Engineer Powerwoman, beschreibt dieses Phänomen. Sie ist Geschäftsführerin von AHC. In ihrem Unternehmen liegt die Bewerberquote bei 50:50 und die Mitarbeiterquote beträgt 70 % Frauen, 30 % Männer. „Dadurch, dass ich sichtbar war, haben sich die Frauen beworben”, bekräftigt Hatzelmann die Aussage von Hannaford.

... Mehrwert liefern & Gutes tun

Ein wenig klischeehaft mutet die Aussage von Danner zu ihrer beruflichen Inspiration an: „Es ist schön, morgens aufzustehen, um Sinnvolles zu tun: Die Umwelt zu schonen und Menschen, speziell von in Armut geprägten Ländern, zu helfen.“ Allerdings ist Danner auch Geschäftsführerin im Familienunternehmen Snow Leopard Projects, das sich auf Biogas- und Photovoltaikanlagen spezialisiert hat. Sie kann auf viele Projekte in technisch ärmeren Ländern zurückblicken, in denen sie die Hygiene verbessern und umweltfreundliche Bedingungen schaffen konnte. So träumt sie auch von „einer Biogasanlage, die ohne Steuerung oder Kontrolle von außen funktioniert. Denn die Anlagen funktionieren nur so gut, wie das Wissen und die Sorgfalt des zuständigen Betreibers es zulassen.“

Ein Gerät mit dem man die Zeit sowohl vor- als auch zurückspulen kann, würde Jafari gerne erfinden. „So kann man sich die Auswirkungen von Entscheidungen ansehen und gegebenenfalls eine andere treffen. Oder man dreht die Zeit zurück, um etwas noch mal zu tun.“ Zu Jafaris aktuellsten Entwicklungen gehört die Datenvorbereitungssoftware EOS-Print 2. „Es macht mich stolz zu sehen, wie gut die Software bei Kunden und Kollegen ankommt“, so Jafari. Bei Dinse steht der Autofahrer im Fokus ihrer Entwicklungen, doch schon bei der Studienwahl stand fest, dass sie sinnvolle Dinge erfinden wolle, die umsetzbar sind, die Kunden ansprechen und bezahlbar sind.

Hatzelmann hat das auf dem Womenpower-Kongress 2018 prägnant zusammengefasst: „Uns Frauen ist das technische Produkt gar nicht so wichtig, sondern das, was man damit machen kann.“

... Motivation & Leidenschaft

Wie die FAZ im Januar 2018 berichtete, fanden Psychologen heraus, dass Frauen bei der Stellenwahl diejenigen Angebote bevorzugen, in denen zu den wichtigeren Anforderungen Motivation und Leidenschaft zählen. Besonders Leidenschaft ist ein Wort, das fast allen Befragten wichtig war: „Ich habe mich bewusst für den Ingenieurberuf entschieden, da er sehr vielseitig ist, mir viel Freude bereitet und ich Leidenschaft dafür habe“, war eine Antwort von Kaut. „Heute lebe ich meine Leidenschaft für meinen Beruf”, erklärt Rapp. Aber auch unmöglich scheinende Dinge umzusetzen und dabei noch gegen organisatorische Unbill zu fechten, spornt die Technikerinnen anscheinend an. „Gerade wenn es schwierig wird, beginnt es spannend zu werden”, begeistert sich Klass. „Ich tüftle gerne an neuen Ideen“, drückt Danner ihre Motivation aus.

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