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Diese Ansprüche stellen Ingenieurinnen an Arbeitgeber

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Hinzu kommt, dass „es nicht sexy ist, einfach nur ,Ingenieur‘ zu sein. Da muss schon was dazu. Umwelt-Ingenieurin zum Beispiel, da können Frauen auch gleich Gutes bewirken“, führt Vogel-Heuser weiter aus. Ihrer Tochter ist „Ingenieur“ ein zu altbackenes Modell.

Unterstrichen wird diese Aussage von Katharina Danner, Geschäftsführerin von Snow Leopard Projects. Sie begann mit einem Studium für internationales Management. Aber: „Darin waren mir zu wenige Zahlen enthalten.“ Deshalb wechselte sie zum Wirtschafts-Ingenieurwesen, denn „Maschinenbau wäre mir zu speziell gewesen“, erklärt sie ihre Wahl.

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Auch Franziska Dinse aus der Entwicklung für User Experience/User Interface bei Audi ist nicht einfach Ingenieurin geworden. Sie hat Produktdesign studiert. Denn „es hat mich schon immer gereizt, meine kreative Ader mit meiner großen Affinität für Technik zu verbinden”, erklärt sie.

Die von uns befragen Entwicklerinnen sind sich im Großen und Ganzen einig, dass den jungen Frauen nichts fehlt, um sich für Technik zu begeistern. „Letztendlich sollte jede Frau genau dem Berufsbild folgen, für das sie eine Leidenschaft hat“, erklärt Kaut. Diese Aussage bekräftigt Dinse: „Wer mit Spaß bei der Sache ist, wird auch erfolgreich sein.” Trotzdem hält Kaut es für wichtig, jungen Mädchen und Frauen frühzeitig die Möglichkeiten und Vorteile einer Ausbildung in den naturwissenschaftlichen und technischen Bereichen zu zeigen und sie zu motivieren, in diese Bereiche tiefer hineinzuschauen. Oder mit den Worten von Sonja Klass, Entwicklerin bei Leuze: „Jungen Frauen fehlt die Akzeptanz in der Gesellschaft und Vorbilder.”

... Vorbilder & Mentorinnen

Vorbilder sind ein wichtiges Thema. Es gab so viele Frauen, die stark in technisch-naturwissenschaftlichen Bereichen waren, angefangen bei Ada Lovelace. Wer sind die Vorbilder der heutigen Generation? Natascha Jafari, Application Specialist bei EOS, stammt aus einer Ingenieurfamilie. Mit dem Onkel bestaunte sie Riesenräder und die Funktionsweise dahinter, dem Vater sah sie fasziniert dabei zu, wie er Modelle von Brücken erstellte, um deren Statik besser berechnen zu können.

Auch Danner hatte ein männliches Vorbild, ihren Vater, der sich seit 30 Jahren mit nachhaltiger Stromerzeugung beschäftigt. „Dadurch bin ich mit der Thematik aufgewachsen. Das hat mich fasziniert und wahrscheinlich auch geprägt.“ Frauen, die keine Vorbilder hatten oder sich deren nicht bewusst waren, haben sich von gesellschaftlichen Konventionen nicht schrecken lassen und sind ihrer „Neugier bezüglich technischer Neuentwicklungen und Innovationen gefolgt”, wie es Klass ausdrückt. Auch die Lenze-Frau ist keine „reine Ingenieurin”, sondern hat internationales Projektingenieurwesen studiert.

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