Sterilisator für Togo Die Vision des Dr. Guy Dovi-Akué
Was geschieht, wenn ein Visionär und ein Technikspezialist zusammen treffen? Das zeigt die Geschichte des Arztes Dr. Guy Dovi-Akué, der in seine Heimat Togo zurückkehrte, um ein Pharmaunternehmen zu gründen. Wir verraten Ihnen die Hintergründe.
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Ebola, Aids, Malaria – unterschiedliche Epidemien treffen die Bevölkerung Westafrikas immer wieder besonders schwer. Die dortige Lebenserwartung liegt 15 Jahre unter dem globalen Durchschnitt. Grund dafür ist vor allem eine unzureichende medizinische Versorgung, wie der Vergleich mit den Industrieländern deutlich macht:
Während etwa ein Viertel der Krankheitsfälle weltweit auf die afrikanischen Staaten südlich der Sahara entfallen, erwirtschaftet die globale Pharmaindustrie in dieser Region weniger als ein Prozent ihres Umsatzes.
Pharmazeutische Unternehmen scheuten bislang zumeist aufgrund politischer Instabilität die Investition in den betreffenden Ländern. Da auch die lokale Arzneimittelproduktion sehr begrenzt ist, sind sogar Basismedikamente wie fiebersenkende und schmerzstillende Mittel nur schlecht verfügbar.
Für Dr. Guy Dovi-Akué war das der Grund, seine Position als leitender Oberarzt in einem deutschen Krankenhaus aufzugeben und in seine Heimat Togo zurückzukehren.
„Das Gefühl, dass man mich braucht“
Nach dem Abitur in der togolesischen Hauptstadt Lomé wanderte er zum Studium der Medizin nach Deutschland aus, wo er auch seine Facharztausbildung in Allgemeinmedizin und Chirurgie absolvierte. Mehr als zehn Jahre lang arbeitete er als leitender Oberarzt und Chefarztvertreter in einer Klinik in Saarburg.
„Die meisten aus Afrika stammenden Ärzte, die in Europa arbeiten, gehen nicht zurück. Aber ich hatte das Gefühl, dass man mich in Togo braucht. Mehrere meiner Familienangehörigen sind an Krankheiten gestorben, die eigentlich gut behandelbar gewesen wären“, berichtet er.
Im Jahr 1991 gründete Dr. Dovi-Akué in Lomé die Polyclinique Internationale Saint Joseph mit dem Ziel, eine bessere Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Heute ist das Krankenhaus eine der größten Privatkliniken in Togo mit Abteilungen wie Innere Medizin, Gynäkologie, Ophthalmologie und Radiologie.
Doch Arzneimittel beschafft der engagierte Arzt nach wie vor zum größten Teil in Europa – und das zu sehr hohen Preisen. „Es gibt hier nur einige wenige Generikahersteller. Zudem steigt der Anteil an gefälschten Medikamenten in Westafrika zusehends an“, führt Dr. Dovi-Akué aus. Seine Vision: Arzneimittel, an denen der Bedarf besonders hoch ist, selbst zu produzieren. Deshalb gründete er im Jahr 2006 die Do Pharma SA.
Das Unternehmen plant die Herstellung von Infusionslösungen für den westafrikanischen Markt – dazu gehören neben Togo Länder wie Burkina Faso, Benin, Ghana, Mali oder Niger. „Ich habe mich dazu entschieden, in einen Bereich einzusteigen, in dem bisher noch niemand aktiv ist. In Westafrika werden aktuell keine Infusionslösungen hergestellt“, sagt er.
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