Chemie 4.0

Die Chemie hat Lust auf Zukunft

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Disruption oder Evolution?

Doch wie wird bzw. wie soll die Digitalisierung in der Chemie Fuß fassen? Disruptiv oder doch eher durch schrittweise Innovation? „Wir können digitale Technologien nur schrittweise einführen, disruptive Anlagentechnik wird es nicht geben“, betont Gunther Kegel. Als Geschäftsführer bei Pepperl+Fuchs, Präsident des VDE und Vertreter der Plattform Industrie 4.0 weiß Kegel, wovon er spricht und drückt das entsprechend pointiert aus. Die Prozessindustrie habe ein anderes Sicherheitsbedürfnis als die Fertigungsindustrie, daher könne man nicht einfach ein Ethernetkabel in die Anlage legen.

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Doch es gibt auch in der Produktion bereits Industrie 4.0-taugliche Lösungen. Dabei ist nicht nur der vielzitierte digitale Zwilling gemeint, der die reale Anlage digital abbildet und den Bruch der Welten kitten soll. BASF hat gemeinsam mit Partnern eine Industrie 4.0- Plattform entwickelt. Virtuell abgebildet und vernetzt ist der Ausschnitt einer Butadien-Anlage, die in Realität auf der Friesenheimer Insel in den Himmel wächst und als zentrale Verbundanlage direkt mit den beiden Steamcrackern verbunden ist.

Die Feldgeräte in der Anlage sammeln in Echtzeit Daten und übermitteln kontinuierlich Zustands- und Diagnosedaten. Router und Gateways sammeln die Daten und senden sie zur Industrie 4.0-Plattform. Über eine App können Instandhaltungsmitarbeiter dann beurteilen, ob eine Wartung nötig ist oder Stellventil, Durchflussmessgerät oder andere Apparaturen auszufallen drohen. So sollen gezielt Wartungsbedarf ermittelt, entsprechende Arbeiten besser geplant und Anlagenstillstände reduziert werden.

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