Produktionsanlagen Dichtung und Schmierstoff in hygienischen Prozessen richtig kombinieren

Autor / Redakteur: Christine Riebesell, Jürgen Fett-Schudnagis / Anke Geipel-Kern

Kein Verbraucher will Schmierstoffspuren in der Milch oder im Bier vorfinden. Deshalb kommt es darauf an, Schmierstoff und Dichtung genau aufeinander abzustimmen. Unsere Autoren berichten, worauf es ankommt.

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Auf die richtige Kombination kommt es an: Dichtungen und Schmierstoffe in hygienischen Prozessen.
Auf die richtige Kombination kommt es an: Dichtungen und Schmierstoffe in hygienischen Prozessen.
(Bild: Freudenberg)

Die Gesundheit des Verbrauchers hat höchste Priorität. Dieser Grundsatz bestimmt alle Aspekte der Auslegung und des Betriebes einer Produktionsanlage für Lebensmittel und Getränke. Auch die früher gerne vernachlässigten Dichtungen und Schmierstoffe werden heute genauestens geprüft und hinsichtlich ihrer Eignung und Funktion sorgfältig ausgesucht.

Bei der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln und Getränken werden so wenige Stoffe wie möglich verwendet. Denn jeder Stoff, im gewollten oder ungewollten Kontakt mit dem Produkt, birgt die Gefahr einer Kontamination.

Wenn die verwendeten Materialien keine guten Gleiteigenschaften aufweisen, wird – im Sinne der Prozesszuverlässigkeit zur Reduzierung von Reibung und Verschleiß – ein Schmierstoff verwendet. Dieser muss lebensmittelrechtlich kompatibel, gesundheitlich unbedenklich sowie geschmacklich und olfaktorisch neutral sein.

Perfektes Duo

Ein Großteil der Anwendungen wird durch das Duo EPDM und silikonölbasierter Schmierstoff abgedeckt. Dies ist darin begründet, dass in der Prozessindustrie wässrige Systeme, die sich durch eine gewisse Polarität auszeichnen, weit verbreitet sind. Folgend dem chemischen Grundsatz „Gleiches löst sich in Gleichem“ ist das unpolare EPDM der perfekte Gegenpart für diese Medien. Des Weiteren sind die Reinigungseigenschaften von EPDM hervorragend. Die Performance ist in sauren und alkalischen CIP-Medien sowie bei der Sterilisation unter Dampf sehr gut. Auch Desinfektionsmitteln oder oxidierenden Medien hält das Material bei sachgemäßer Verwendung stand.

Der Schmierstoff sollte weder mit dem wässrigen Produkt noch mit der Dichtung interagieren. Hier hat die Praxis gezeigt, dass ein neutrales Glied wie es ein silikonölbasiertes PFTE-Produkt darstellt, zur Schmierung die beste Wahl ist. Interaktionen mit Produkt und Dichtung sind auf das niedrigste Maß optimiert. Sowohl Schmierstoff als auch Dichtung sind für besonders empfindliche Produktionsprozesse in weißen Varianten erhältlich.

Sonderfall Brauereihygiene

Die Hygiene einer Brauanlage erfordert eine besonders sorgfältig ausgewählte Dichtungs- und Schmierstofftechnologie. Dichtungen und Schmierstoffe müssen dem im Prozess entstehenden Bierstein und den relativ hohen CO2-Gehalten standhalten. Zudem ist die Beständigkeit gegenüber aggressiven Reinigungsprozessen mit Säure bei Temperaturen bis zu 85 °C und der Sterilisation mit Dampf unerlässlich. Üblicherweise kommen hier Dichtungen aus EPDM zum Einsatz. Klappendichtungen aus EPDM zeichnen sich auch im Kontakt mit klebriger Bierwürze durch eine gute Schaltbarkeit aus. Außerdem haben sie eine gute Lebenserwartung in den Reinigungsprozessen.

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