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Cyber Security – Security for Safety
Die chemische Industrie reagiert auf den Wandel. Angesichts der steigenden Gefährdung im Bereich der IT-Sicherheit stellt sich in der Anlagen- und Prozesstechnik die Frage, ob und inwieweit die Integrität von PLT-Sicherheitseinrichtungen gefährdet sein könnte. Ein Schutzkonzept für die chemischen Anlagen ist erforderlich. Die Automatisierungstechnik ermöglicht in der funktionalen Sicherheit (Safety) die Sicherung der Geräte oder Anlagen, damit keine Gefahr für Mensch und Umwelt entsteht. Im Gegensatz dazu befasst sich die IT-Sicherheit (Security) mit der Abwehr von Gefahren, die dem System von außen zugefügt werden können. In beiden Bereichen kann durch den unbefugten Zugriff das System beeinflusst werden, so dass eine Fehlfunktion verursacht wird.
Die drei wichtigen Schutzziele der IT-Sicherheit sind Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Mithilfe von Normen und Standards kann die Sicherheitsgrundlage für die firmenübergreifende Vernetzung geschaffen werden. Das Ziel der Experten auf dem Gebiet der Cyber-Sicherheit ist die sichere und zuverlässige Gestaltung von automatisiertem Datenaustausch vernetzter Produktionssysteme und der damit verbundene Schutz von Produkten und Anlagen.
In der chemischen Industrie werden PLT-Sicherheitseinrichtungen eingesetzt, um Personen, Umwelt und Anlagen vor Schäden zu schützen. Den Mittelpunkt von PLT-Sicherheitseinrichtungen bilden Komponenten wie Sensoren, Aktoren und programmierbare Steuerungselemente. Diese bieten eine Angriffsfläche für Cyber-Angriffe. Konfigurationseinrichtungen für Sensoren und Aktoren beeinflussen die Sicherheitsfunktion, sodass die Datenverbindung zu Systemen im Umfeld geschützt werden müssen. Verzeichnisdienste zur Regelung des Benutzerzugriffs, Update-Dienste für Virenpatterns und Betriebssystem-Updates, Zeitsynchronisation und Sicherungen bzw. Wiederherstellungen sind wichtige Elemente, die in einer Risikoanalyse und Anlagendokumentation einbezogen werden müssen. Eine kleine Änderung im System kann zum Ausfall einer PLT-Sicherheitseinrichtung führen und die Sicherheit der Anlage ist gefährdet.
Je weniger Komponenten eine PLT-Sicherheitseinrichtung enthält, desto weniger Sicherheitsmaßnahmen werden zum Schutz benötigt. Deshalb ist eine effektive Schutzmaßnahme, die Zahl von Verbindungen, Hard- und Softwarekomponenten und Personen möglichst gering zu halten.
In der Theorie sollten PLT-Sicherheitseinrichtungen getrennt und unabhängig von der Umgebung betrieben werden. Die Theorie in die Praxis umzusetzen, erweist sich jedoch in vielen Fällen als problematisch. Der Erfahrungsaustausch zwischen Naturwissenschaftlern, Ingenieuren und IT-Experten hat eine Schlüsselfunktion in der Entwicklung von Lösungsansätzen zur Absicherung von Anlagen. Die Arbeitsausschüsse der NAMUR und der KAS haben durch ihre Arbeiten an Empfehlungen und Normen die Basis für die IT-Sicherheit der Anlagen gelegt. Deren Umsetzung verschafft dem Anlagenbetreiber eine gewisse Sicherheit für seine Systeme.
Fazit: Die Cyber-Sicherheits-Welt der Sicherheitstechnik ist noch im Aufbau und eine gewisse Unklarheit über die Ausmaße von unbefugten Angriffen ist vorhanden. Erst die Kombination aus funktionaler Sicherheit und dem Schutz der IT-Systeme schafft ein adäquates Sicherheitsniveau in Industrieanlagen. Das vorhandene Wissen nutzen und einen gegenseitigen Ehrfahrungsaustausch zu bewahren, ist der Weg zur Optimierung von Sicherheitseinrichtungen.
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