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Vor der Inbetriebnahme einer Anlage erarbeiten Fachleute ein Sicherheitskonzept, das die nötigen Schutzmaßnahmen umfasst. Das Ziel ist es, Risiken zu erkennen, zu bewerten und geeignete Maßnahmen zur Minimierung von Ereignissen zu treffen. Eine Anlage sollte nach Stand der Technik montiert, installiert und betrieben werden. Um dem gerecht zu werden, ist vor dem Betrieb der Anlage eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Dazu gehören Risikoanalysen, Auswirkungsbetrachtungen und Ausbreitungsrechnungen von Chemikalien, Brand- und Explosionsschutz sowie die Bewertung der durchgeführten Reaktionen. Am Ende der Sicherheitsanalyse steht das Sicherheitskonzept, realisiert unter anderem mittels Sicherheitseinrichtungen der Prozessleittechnik (PLT).
Die Hauptaufgabe der Prozessleittechnik besteht darin, die Prozesse zu überwachen und zu steuern. PLT-Sicherheitseinrichtungen sind Schutzvorrichtungen, die bei Abweichung eines Sollzustands einen Alarm auslösen oder eine Sicherheitsfunktion. Die Aufabe der Sicherheitseinrichtung ist es, einen Fehlzustand der Anlage zu verhindern.Besonders bei chemischen Prozessen kann die Abweichung von Reaktionstemperatur, Druck und Füllstand verheerende Folgen haben. Um so wichtiger ist, solche Abweichungen frühzeitig zu erkennen und möglichst zu vermeiden.
Die Ursachen von Gefährdungen und Schäden können vielseitig sein. In explosionsgefährdeten Bereichen kann eine Zündung des Luft-Gas-Gemisches oder Luft-Staub-Gemisches erfolgen und eine Explosion verursachen. Übersteigt der Druck die zulässigen Höchstwerte, kann es zu Undichtigkeiten und Leckagen kommen.
Die Sicherheit von chemischen Anlagen hat oberste Priorität und wird durch sicherheitstechnische Normen und Regelwerke definiert. Im Bereich der „Funktionalen Sicherheit“ bildet die IEC 61508/61551 die Basis für die Sicherheitsnorm von Sicherheitseinrichtungen. Von „funktionaler Sicherheit“ spricht der Experte, wenn der Schutz vor Gefährdungen und Schäden durch eine korrekte und sicherheitsrelevante Steuerung einer Sicherheitseinrichtung gewährleistet ist.
Das Maß für die erreichte funktionale Sicherheit einer Anlage ist die Wahrscheinlichkeit aus gefährlichen Ausfällen, Fehlertoleranz und Qualität, der sogenannte „Safety Integrity Level“ SIL. Im Fehlerfall sollte die Sicherheitseinrichtung korrekt funktionieren und die Anlage in einem sicheren Zustand verweilen lassen oder wieder in den sicheren Zustand bringen. Um eine möglichst hohe funktionale Sicherheit zu erzielen, müssen systematische Fehler vermieden und zufällige Fehler beherrscht werden.
In den vergangenen Jahren ist im Bereich der chemischen Industrie die eingesetzte und zugrundeliegende Technik von Produktionsanlagen, System und Maschinen kontinuierlich weiterentwickelt worden. Das Abrufen, Erfassen und Verschicken großer Datenmengen ist ohne Probleme möglich. So kann auf wichtige Daten, Netzwerke und Baupläne zugegriffen und gleichzeitig können mit Experten über eine größere Distanz Informationen ausgetauscht werden. Die Überwachung der Anlage erfolgt über die Nutzung drahtlos vernetzter Tablets und Smartphones, die die Kontrolle von Anlagen, die Prüfung von Maschinen sowie Wartungs-, Inspektions- und Reparaturarbeiten einfach durchführbar macht.
Allerdings erhöhen veraltete Technologien, Fehlkonfigurationen von Systemen oder unzureichende Schulung der Mitarbeiter das Risiko eines unbefugten Eingriffs. Die Kontrolle über das ganze Anlagensystem kann durch den Zugang auf ein Industrial Automation Control System (IACS) zu hohen Kosten durch Produktionsausfälle und Anlagenschäden führen.
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