China Market Insider Chinas Ethylen-Produktion erreicht neuen Höhepunkt

Von Henrik Bork

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Chinas Produktionskapazität für Ethylen wird in diesem Jahr erneut stark wachsen. Während weltweit weniger in neue Anlagen investiert wird, gehe der Trend in der Volksrepublik in die entgegengesetzte Richtung, berichtet PROCESS (China). Mehr als sieben weitere Jahrestonnen Kapazität kommen im Laufe des Jahres 2021 durch verschiedene Großprojekte neu hinzu, was die Gesamtkapazität in China auf den neuen Höchststand von rund 40 Millionen Jahrestonnen heben wird, schreibt die Schwesterredaktion von PROCESS in Peking.

Mit dem Format „China Market Insider“ berichtet PROCESS regelmäßig über den chinesischen Chemie- und Pharmamarkt.(Bild:  ©sezerozger - stock.adobe.com)
Mit dem Format „China Market Insider“ berichtet PROCESS regelmäßig über den chinesischen Chemie- und Pharmamarkt.
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Peking/China – Insgesamt acht neue Cracker, die im Laufe dieses Jahres mit der Produktion beginnen sollen, befinden sich in China derzeit im Bau. Diese hätten insgesamt eine neue Kapazität von 7,8 Millionen Jahrestonnen, hat Argus Media errechnet. Chinas gesamte Produktionskapazität von Ethylen wachse damit bis zum Ende dieses Jahres auf 39,8 Millionen Jahrestonnen. Das entspricht einem Wachstum um 23 Prozent gegenüber 2020, so Argus Media.

Obwohl in China auch schon im Jahr 2020 sechs neue Ethylen-Cracker in Betrieb genommen wurden, importiert das Land nach wie vor große Mengen des vielseitig verwendbaren Feedstocks für die Kunststoffherstellung. Chinas kommunistische Staats- und Parteiführung wolle wegen des Handelskrieges mit Washington und anderer geopolitischer Spannung den Importanteil von Ethylen stark reduzieren und „autarker“ werden, heißt es in chinesischen Medienberichten.

Bis zum Jahr 2025 sollen den Plänen der Pekinger Zentrale zufolge bereits 70 Prozent des heimischen Bedarfs an Ethylen in China selbst produziert werden. Das wäre eine schnelle und deutliche Reduzierung der Importe. Im Jahr 2019 noch musste China mehr als die Hälfte seines Bedarfs aus dem Ausland einführen.

In diesem Jahr also sind bereits oder werden bis zum Jahresende noch insgesamt acht neue Anlagen in Betrieb genommen. Dazu gehören zwei große Naphtha-Cracker von Zhejiang Petrochemical („Nummer Zwei“ mit 1,4 Millionen Jahrestonnen und „Nummer Drei “). Auch die aus heimischem Ethan gespeiste Ethylen-Anlage von Petrochina am Rande des Tarim-Ölfeldes in der Provinz Xinjiang wird im laufenden Jahr fertig. Petrochina fährt außerdem eine weitere Anlage in der Provinz Shaanxi hoch, ebenfalls mit heimischem Ethan als Feedstock.

Die Gulei-Raffinerie in der Küstenprovinz Fujian nimmt einen Naphtha-Cracker in Betrieb. Des weiteren beginnen auch die Firma „Ningbo Huatai Shengfu“ in Zhejiang, das Unternehmen „Zhejiang Satellite“ in der Provinz Jiangsu und Luqing Petrochemical in Shandong im laufenden Jahr mit neuen Ethylen-Produktionen.

Da jedoch zumindest ein Teil dieser Investitionen aus den erwähnten politischen Beweggründen geschieht, ist man in China mit dieser Kapazitätserweiterung im laufenden Jahr noch lange nicht zufrieden. Der Staatsbetrieb „China Petroleum & Chemical Corporation“, besser bekannt als Sinopec, hat Ende vergangenen Jahres angekündigt, 28,9 Milliarden chinesische Yuan (rund 3,7 Milliarden Euro) in ein neues Ethylen-Projekt in der Hafenstadt Tianjin zu investieren. „Pekings Versuche, den Sektor von Importen unabhängig zu machen” seien das Motiv für die Investition, schrieb das chinesische Wirtschaftsmagazin Caixin. Dieses neue Projekt in Tianjin wird eine weitere Jahreskapazität von 1,2 Millionen Ethylen in China bereitstellen.

Trotz all der neuen Kapazität gehen Marktbeobachter davon aus, dass China bis auf Weiteres viel Ethylen-Derivate importieren wird. Mehrere der neuen Anlagen, die 2021 hochgefahren werden, wollen das von ihnen produzierte Ethylen selbst für nachgeordnete Produktionen nutzen und nicht in den Handel geben, heißt es.

* Henrik Bork, langjähriger China-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Rundschau, ist Managing Director bei Asia Waypoint, einer auf China spezialisierten Beratungsagentur mit Sitz in Peking. „China Market Insider“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Vogel Communications Group, Würzburg, und der Jigong Vogel Media Advertising in Beijing.

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