F3-Factory-Projekt Chemieindustrie: Mit modularen Produktionskonzepten fit für den Wettbewerb

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Alternative Produktionskonzepte und schnellere und flexiblere Herstellverfahren – damit soll das Projekt F3-Factory die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Chemieindustrie verbessern. Wie die Umsetzung bei der BASF aussehen könnte, erfahren Sie im exklusiven PROCESS-Interview mit Dr. Thomas Bott, der als Leiter der Einheit Polymer Technology in der Polymerforschung bei der BASF im F3-Projekt mitarbeitet.

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Dr. Thomas Bott, Leiter Polymer Technology BASF: „Anstelle von immer größeren World-Scale-Anlagen werden in Zukunft vermehrt flexible und wesentlich schneller verfügbare Smart-Scale-Anlagen gebaut werden.“ (Bild: BASF)
Dr. Thomas Bott, Leiter Polymer Technology BASF: „Anstelle von immer größeren World-Scale-Anlagen werden in Zukunft vermehrt flexible und wesentlich schneller verfügbare Smart-Scale-Anlagen gebaut werden.“ (Bild: BASF)

PROCESS:Dr. Bott, welche Intention verfolgt die BASF mit der Teilnahme am F3-Factory-Projekt?

Bott: Ziel des F3-Projektes ist es, die modulare kontinuierlich betriebene Fabrik für chemische Produkte methodisch zu entwickeln und die zugehörigen Ausrüstungen und Schnittstellen zu standardisieren. Mit derartigen modularen Produktionsanlagen können dann wettbewerbsfähige Herstellkosten auch bei kleinen bis mittleren Kapazitäten erreicht werden. Anstelle von immer größeren World-Scale-Anlagen können in Zukunft vermehrt flexible und wesentlich schneller verfügbare Smart-Scale-Anlagen gebaut werden. Die Projektlaufzeit von der Produktentwicklung bis zur fertigen Produktionsanlage kann dadurch nachhaltig reduziert werden.

PROCESS: Warum ist das F3-Projekt notwendig?

Bott: Mit den modularen Produktionskonzepten können wir flexibler auf Marktbedürfnisse reagieren. Außerdem können durch kürzere Projektlaufzeiten viele neue Produkte schneller am Markt sein. Im F3-Projekt, das von der EU gefördert wird, wollen wir im Konsortium mit anderen Großunternehmen, Forschungsinstituten und Hochschulen dieses Konzept methodisch entwickeln und demonstrieren. Alleine könnte dies von einzelnen Unternehmen nur schwer geschultert werden. Die Umsetzung für bestimmte Produkte wird dann jedes Unternehmen getrennt verfolgen.

PROCESS: Welchen Einfluss hat die Projektlaufzeit auf die Profitabilität in der Chemie?

Bott: Je kürzer der Lebenszyklus eines Produkts, desto wichtiger die Projektlaufzeit, denn die Zeit bis zur Markteinführung eines Produktes entscheidet zunehmend über den wirtschaftlichen Erfolg. Dies gilt vor allem deshalb, da der Trend zu den Spezialitätenprodukten in der europäischen Chemie zunimmt. Wir müssen mit Spezialitäten kunden- und zeitnah agieren und uns so flexibel aufstellen, dass Kundenwünsche optimal erfüllt werden können.

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