F3-Factory-Projekt

Chemieindustrie: Mit modularen Produktionskonzepten fit für den Wettbewerb

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PROCESS: Standardisierung bedeutet aber auch einen Verlust von Freiheitsgraden.

Bott: Das ist richtig. Aber nehmen Sie das Beispiel des Rohrbündelwärmetauschers. Diese werden normalerweise speziell für die Anwendung ausgelegt und gefertigt. Bei einer World-Scale-Anlage hat das seine Berechtigung. Aber man muss die Frage stellen, ob für eine kleine Anlage, die nach einigen Jahren ohnehin wieder für ein modifiziertes Produkt angepasst wird, der gleiche Aufwand betrieben werden muss. Oder ob ein Apparat von der Stange nicht auch den Zweck erfüllt und schneller verfügbar ist.

PROCESS: Glauben Sie, die heutigen Verfahrenstechniker sind reif für diese neue Ideen?

Bott: Natürlich sind noch Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen nötig. Das gilt für Betreiber von Chemieanlagen, für Anlagenbauer und Zulieferer sowie für Hochschulen. Bereits bei der Ausbildung müssen wir beginnen, die Studenten mit den neuen, kontinuierlichen Reaktionskonzepten und Apparaten vertraut zu machen. Außerdem ist es notwendig, dass die angehenden Chemiker und Verfahrenstechniker lernen, sich mit den wirtschaftlichen Aspekten von Ideen und Innovationen zu beschäftigen.

Herr Bott, wir danken für das Gespräch.

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