Industriestandort unter Druck Chemie- und Raffineriepakt soll Standort sichern

Quelle: En2x 2 min Lesedauer

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Hohe Energiepreise, steigende CO2-Kosten und wachsende Bürokratie setzen den Industriestandort unter Druck. Der neue „Chemie- und Raffineriepakt NRW“ soll den Spagat schaffen zwischen Standort­sicherung und nachhaltiger Transformation.

En2x-Hauptgeschäftsführer Prof. Christian Küchen (Bild:  Sebastian Engels/ En2x)
En2x-Hauptgeschäftsführer Prof. Christian Küchen
(Bild: Sebastian Engels/ En2x)

Beim nordrhein-westfälischen Chemie-Gipfel in Düsseldorf wurde der „Chemie- und Raffineriepakt NRW“ unterzeichnet. „Das Abkommen ist ein wichtiges industriepolitisches Signal und sollte als Vorbild für eine bundesweite Vereinbarung dienen“, betonte Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands En2x – Fuels und Energie.

Mit dem Pakt bekennen sich die Landesregierung Nordrhein-Westfalen, die IGBCE, der Verband der Chemischen Industrie NRW sowie En2x gemeinsam dazu, die Raffinerie- und Chemiestandorte im Land zu erhalten und weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die Transformation der Kohlenwasserstoffwirtschaft wettbewerbsfähig und zukunftsfähig zu gestalten.

„Der Raffinerieindustrie fällt eine doppelte Schlüsselrolle in der industriellen Wertschöpfung in Deutschland zu. Hier entstehen zum einen die Grundprodukte, die in der chemischen Industrie weiterverarbeitet werden – ohne Raffinerie keine Chemie. Zum anderen bietet sie Versorgungssicherheit durch eine Kraftstoff-Produktion im eigenen Land. Das ist gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten und Krisen ein elementarer Bestandteil aktiver Sicherheitspolitik", so der En2x-Vorstandsvorsitzende Patrick Wendeler angesichts der Unterzeichnung des Paktes.

Hintergrund seien laut dem Verband die zunehmend schwierigen und im internationalen Vergleich nachteiligen Rahmenbedingungen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Kohlenwasserstoffwirtschaft sowie anderer energieintensiver Branchen spürbar beeinträchtigen. Dazu zählten hohe Strom- und Gaspreise, steigende Kosten für CO₂-Vermeidung, strenge Auflagen und eine hohe Bürokratiebelastung. Wertschöpfungsketten und Arbeitsplätze stünden dadurch akut unter Druck, so En2x.

Gleichzeitig müsse die Branche ihre für das Erreichen der Klimaziele notwendige Transformation konsequent vorantreiben. Die dafür erforderliche „Molekülwende“ – also der Übergang zu CO2-neutralen Rohstoffen und Produkten – verlange jedoch erhebliche Investitionen, um die Energie- und Grundstoffversorgung in Deutschland künftig klimafreundlich und sicher zu gewährleisten.

„Da viele der rechtlichen Anpassungen ein dringendes Handeln auf Bundes- und EU-Ebene erfordern, ist es umso wichtiger, nun auch zeitnah auf Bundesebene einen Chemie- und Raffinerie-Gipfel einzuberufen, um gemeinsam Lösungen für die bestehenden Herausforderungen zu finden“, sagt Prof. Christian Küchen. „Eine entsprechende Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums würden wir sehr begrüßen. Viele der Herausforderungen der Chemieindustrie und der Raffinerien können nur gemeinsam gelöst werden.“

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