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Chemielogistik-Studie und Initiative Verkehrsinfrastruktur

Chemcologne und VCI nehmen sich Chemielogistik zur Brust

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Von der Politik forderte Deimel deshalb klare verkehrspolitische Ziele und einen Masterplan Verkehrsinfrastruktur. Es fehle auch ein praxisnaher Infrastrukturbericht, der die Schwachstellen aufdecke, den tatsächlichen Bedarf aufzeige und damit als Entscheidungsgrundlage dienen könne. Darüber hinaus müssten die Investitionsmittel endlich über mehrere Jahre hinweg festgeschrieben werden, damit die Bundesländer Infrastrukturprojekte kontinuierlich umsetzen können.Die Chemielogistik-Studie von Chemcologne könnte hier zumindest einen Einblick in eine wichtige Chemie-Region bieten.

Zusätzliche Verkehrsknotenpunkte notwendig, Seehäfen an Hinterland anbinden

Die chemische Industrie sei laut VCI besonders auf die Transportmittel Eisenbahn und Binnenschiff angewiesen. Damit die Chemieunternehmen Schiene und Binnenwasserstraßen stärker nutzen können als bisher, seien zusätzliche Knotenpunkte notwendig, die die verschiedenen Verkehrsträger besser miteinander verknüpfen. Als Beispiel führte Deimel den Verkehrsknotenpunkt Rhein-Main an. Hier könne man für die Chemielogistik einen Knotenpunkt von der Straße auf das Binnenschiff einrichten und dadurch das Transportaufkommen im Ballungsraum Rhein-Main entzerren. Darüber hinaus müssten auch die Seehäfen, wie etwa der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven, besser an das Hinterland angebunden werden.

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Um Kanäle optimal nutzen zu können, ist der doppellagige Containertransport auf Binnenschiffen zweckmäßig. Deimel sprach sich deshalb dafür aus, die Brücken über westdeutschen Binnenwasserstraßen zu erhöhen – und zwar dort, wo sich bislang solche Container noch nicht einsetzen lassen. Damit könnte die Chemie die erheblichen freien Kapazitäten dieses Verkehrsträgers nutzen. „Ein zukunftsweisender Schritt wäre es auch, spezielle Umspuranlagen und Fahrspuren auf Autobahnen und Schienen für den Güterverkehr zu schaffen oder zu erweitern“, hob er hervor.

„Bildung statt Beton“ zu „Bildung und Beton“ machen

Die Studie „Chemielogistik im Rheinland“, die sich mit entsprechenden Problemen befasst hat und einen Überblick für die Chemieregion Rheinland bietet, wurde von Chemcologne in Auftrag gegeben und von der Kompetenzgruppe Chemielogistik durchgeführt. Zur Kompetenzgruppe Chemielogistik zählen die CMC², die Europäische Fachhochschule (EUFH) Brühl, die Fachhochschule Köln, die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS und das Institut für angewandte Logistik (IAL).

„Für das Rheinland haben wir das Problem mit Hilfe der Studie detailliert auflösen können. Wir haben nun einen sehr guten Einblick auf Chemielogistik-Angebot und -Nachfrage sowie die Verkehrsverflechtungen unserer Chemie-Region“, erläuterte der stellvertretende Chemcologne-Vorstandsvorsitzende, Dr. Clemens Mittelviefhaus, zufrieden. Wichtig sei es jetzt das aufgerissene nun „zu guten Lösungen für die Industrie“ zu führen.

Groschek betonte abschließend, dass der durch den Pisa-Schock geprägte Slogan „Bildung statt Beton“ zu einem „Bildung und Beton“ umgeschrieben werden müsse, damit die Industrie nicht auf der Strecke bleibe. In den nächsten Jahren müssen Engpässe beseitigt, Brücken saniert und Hafenkonzepte erstellt werden, so der Minister. Die Ergebnisse der Studie liefern auf jeden Fall guten Gesprächsstoff für den NRW-Antrittsbesuch von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in diesem Sommer.

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