Vom Start-up zum Konzern Biontech-Gründer planen neues mRNA-Unternehmen

Quelle: Pressemitteilung dpa 2 min Lesedauer

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Innerhalb von 18 Jahren bauten Ugur Sahin und Özlem Türeci Biontech vom Start-up zu einem globalen Biopharmaunternehmen auf. Nun verlassen sie den Konzern und gründen ein neues Start-Up für mRNA-basierte Medikamente. Die Entwicklung der Therapien soll eng mit KI verknüpft sein.

Die Biontech-Gründer Ugur Sahin (rechts) und Özlem Türeci (links) wollen das von ihnen aufgebaute Biotechnologie-Unternehmen Biontech bis Ende 2026 verlassen und ein neues gründen. (Bild:  Biontech)
Die Biontech-Gründer Ugur Sahin (rechts) und Özlem Türeci (links) wollen das von ihnen aufgebaute Biotechnologie-Unternehmen Biontech bis Ende 2026 verlassen und ein neues gründen.
(Bild: Biontech)

Die Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci wollen das von ihnen aufgebaute Biotechnologie-Unternehmen Biontech verlassen und ein neues gründen. Nach eigenen Angaben sollen beide spätestens Ende 2026 aus dem operativen Geschäft ausscheiden, wenn ihre aktuellen Dienstverträge auslaufen. Ihr neues Biotechnologie-Unternehmen soll sich der Entwicklung der nächsten Generation von mRNA-Medikamenten widmen. Anteilseigner von Biontech, das für das Geschäftsjahr 2025 einen Milliardenverlust meldete, will das Ehepaar aber bleiben. Derzeit halten sie nach Unternehmensangaben rund 15 Prozent.

Rechte und Technologien gehen an neues Unternehmen

Sahin und Türeci beabsichtigen dabei, bestimmte Rechte sowie mRNA-Technologien in die neue Firma einzubringen. Im Gegenzug soll Biontech eine Minderheitsbeteiligung an dem Unternehmen erhalten sowie Lizenzgebühren und mögliche Meilensteinzahlungen, sobald definierte Entwicklungsziele erreicht werden. Eine verbindliche Vereinbarung hierzu soll laut Unternehmen bis Ende des ersten Halbjahres 2026 abgeschlossen werden.

Die Wissenschaftler hatten Biontech 2008 mit dem Ziel gegründet, Krebstherapien auf mRNA-Basis zu entwickeln. In der Covid-19-Pandemie erlangte das Unternehmen internationale Bekanntheit: Gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Pfizer brachte es den ersten zugelassenen mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 auf den Markt.

Hoffnung auf Zulassungen in der Onkologie

In den Jahren nach der Pandemie gingen Umsatz und Gewinn des Unternehmens deutlich zurück. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete Biontech einen Nettoverlust von 1,12 Milliarden Euro nach 665,3 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz stieg leicht auf 2,87 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,76 Milliarden Euro). Für 2026 erwartet das Unternehmen Erlöse zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro bei geplanten Forschungs- und Entwicklungsausgaben von 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro.

Der Fokus soll wieder stärker auf Onkologieprogrammen liegen. Mehrere späte klinische Studien zu mRNA-basierten Krebstherapien laufen derzeit, und das Unternehmen plant bis 2030 mehrere Zulassungsanträge in diesem Bereich. Bislang ist der Covid-19-Impfstoff das einzige Produkt des Unternehmens am Markt.

Ein weiteres Mal neue Wege beschreiten

Der angekündigte Führungswechsel erfolgt zudem wenige Monate nach der Übernahme des Tübinger Biotechnologie-Unternehmens Curevac, einem früheren Konkurrenten im Rennen um einen Corona-Impfstoff. Zuvor hatten beide Unternehmen ihren Patentstreit um mRNA-Technologien beigelegt.

Sahin begründete den geplanten Schritt damit, erneut „als Pioniere neue Wege beschreiten“ zu wollen. Nach eigenen Angaben sehen beide Gründer in der Kombination von mRNA-Technologie und Künstlicher Intelligenz ein zentrales Innovationsfeld für künftige Therapien.

Das neue Unternehmen soll keine Tochtergesellschaft von Biontech werden. Für Sahin und Türeci ist es nach Biontech (2008) und Ganymed Pharmaceuticals (2001) die dritte Gründung. Details zu Name, Sitz oder Rechtsform sind bislang nicht bekannt.

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