Mahlen

Beim Mahlen von Wirkstoffen muss alles bis ins Detail durchdacht sein

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Totraumfreie Siebmühle in CIP-Ausführung

Nun zum Herzstück der Anlage: Die Coniwitt 200 ist eine totraumfreie Siebmühle in CIP-Ausführung. Sie kann zum Desagglomerieren und Vermahlen von Trocken- und Nasspulvern benutzt werden. Die aktive Sieboberfläche übertrifft jene vergleichbarer Mühlen im Markt um 25 % und erreicht einen Produktdurchsatz bis 2300 kg/h. Der Rotor lässt sich mit runden oder eckigen Armen ausstatten, und es können Siebe mit runden oder eckigen Öffnungen oder Raspeln eingesetzt werden. Das Down-driven-Konzept sorgt für einen unbehinderten Produktfluss, und das modulare Konzept erleichtert die Integration in eine Gesamtanlage.

Hammermühle für höhere Drehzahlen

Die Hammermühle Hammerwitt MFH-6, zweites Glied im Mahlsystem, ist für höhere Drehzahlen ausgelegt und hat einen einseitig gelagerten Rotor, der auf die Schlagseite (Hammer) oder Schnittseite (Messer) gedreht werden kann. Die einseitige Lagerung des Rotors sorgt dafür, dass sich das Produkt nur gering erwärmen kann. Mit der Messerseite des Rotors können faserige und mit der Schlagseite harte sowie kristalline Produkte vermahlen werden.

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Mittels der beiden Mahleinheiten sind also Produkte mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften einfach zu vermahlen: faserige, klebrige, feuchte, trockene, harte, weiche, etc. Die Rotordrehzahl kann fein auf das Produkt abgestimmt werden und hat im Vergleich zu anderen Siebmühlen einen größeren Dynamikbereich, was das Verarbeiten von Produkten mit unterschiedlichsten Eigenschaften möglich macht.

Inbetriebnahme der Anlage

Die Anlage befindet sich in einem Raum nach der Vorschrift Atex-Zone 2/22 T4 IIB. Um sämtliche Prozessvorschriften (inkl. Atex) erfüllen zu können, wird bei der Inbetriebnahme der Anlage wie folgt vorgegangen: Der Auslauf des Big-Bag wird auf den Einlauf der Entleerstation gelegt, danach muss der Big-Bag geerdet werden, anschließend wird er mittels der Blähdichtung sicher angedockt.

Als nächster Schritt wird das Ventil des Profi-Vent geöffnet, womit die Inertisierung der Anlage beginnt. Sobald der Sauerstoffwert von 5 % unterschritten ist, können die Mühlen eingeschaltet und der Big-Bag geöffnet werden. Bei einem schlecht fließenden Produkt verbessert ein Vibrator die Fließeigenschaften.

Nach vollständiger Entleerung des Big-Bag müssen die Mühlen und die Inertisierung ausgeschaltet werden. Danach wird die Dosierklappe im Erdgeschoss geschlossen und der Container gelöst; im ersten Stock gilt es, den Profi-Clean zu schließen, die Blähdichtung zu öffnen und den Big-Bag zu lösen. Nach jedem Big-Bag-Wechsel wird die Sauerstoff-Sonde während einer Sekunde mit Stickstoff abgereinigt.

Für hohe Ansprüche

Die präzise Auswertung der Prozessergebnisse und die Prozessoptimierung sind dank des Einsatzes der statistischen Analyse möglich. Sie liefert in wenigen Einzelexperimenten genaue Aussagen über den Wirkzusammenhang zwischen Einflussfaktoren und Zielgrößen. Bei der Prozessanalyse wird der Benutzer von der Designphase bis zur Auswertung der Analysedaten durch den ganzen Optimierungsprozess geführt.

Fazit: Frewitt hat nichts dem Zufall überlassen: Von der Evaluation der Anlage, über die Installation bis zur Reinigung und Inertisierung ist alles bis ins Detail durchdacht. Schließlich geht es darum, ein Medikament erster Güte herzustellen. Deshalb ist das Mahlen von Wirkstoffen nicht nur eine Kopfsache, sondern auch eine Herzensangelegenheit.

* Der Autor ist Marketingleiter bei Frewitt SA, Granges-Paccot/Schweiz.

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