Genf (dpa) *17:31 Uhr – Keine Einigung auf UN-Vertrag gegen Plastikmüll in Sicht
In Genf zeichnet sich nach gut einer Woche Ringen um ein globales Abkommen gegen Plastikmüll noch keine Einigung auf ein Vertragswerk ab. Rund 180 Länder wollten den Text an diesem Donnerstag fertigstellen. Mit dem geplanten UN-Abkommen sollen Produktion, Design und Abfallmanagement von Plastik reguliert werden.
Allerdings lagen die Positionen der Länder einen Tag vor dem geplanten Abschluss der Verhandlungen noch weit auseinander. Verhandler schlossen nicht aus, dass die Gespräche bis in die frühen Morgenstunden am Freitag dauern könnten.
Ölförderländer wollen nur über die Beseitigung von Plastikmüll reden, aber nicht über Begrenzungen der Produktion. Plastik wird großenteils aus Ölprodukten hergestellt. Für viele Länder, vor allem in Europa, ist ein gradueller Rückgang der Produktion aber einer der Kernpunkte des Abkommens.
Plastik vermüllt Meere und Umwelt, tötet Fische und andere Lebewesen und gefährdet die menschliche Gesundheit. Kleinste Partikel werden vermehrt in Organen und auch im Gehirn gefunden. Die Nano- und Mikroplastikpartikel beeinträchtigen nach Studien das Immunsystem und fördern Entzündungen.
Frankenthal (dpa/lrs) *14:37 Uhr – Riss an Gasrohr Ursache für BASF-Zwischenfall 2024
Eine korrodierte und gerissene Gasrohrleitung war der Staatsanwaltschaft Frankenthal zufolge die Ursache eines Zwischenfalls bei BASF in Ludwigshafen im Juli 2024. Für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten gebe es keine Anhaltspunkte, teilte ein Justizsprecher mit. Das Ermittlungsverfahren sei eingestellt worden. Über das Untersuchungsergebnis hatte zuvor der SWR berichtet.
Der Zwischenfall hatte sich seinerzeit nach dem Austritt eines organischen Lösungsmittels im Werksteil Süd des weltgrößten Chemieunternehmens ereignet. Bei einer Explosion und einem Brand waren damals nach Behördenangaben insgesamt 18 Menschen leicht verletzt worden.
Leuna (dpa/sa) *14:02 Uhr – Förderung von grünem Wasserstoff: Millionen sollen fließen
Um den Ausbau von grünem Wasserstoff für die Industrie in Sachsen-Anhalt voranzutreiben, fördert das Land den Aufbau der entsprechenden Infrastruktur. In Leuna überreichte Energie- und Umweltminister Armin Willingmann (SPD) einen Förderbescheid in Höhe von 4,3 Millionen Euro. Mit dem Geld soll ein weiterer Elektrolyseur beim Chemieunternehmen Linde gebaut werden.
Bei der Elektrolyse wird Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Das Verfahren ist sehr energieintensiv. Als grün wird Wasserstoff bezeichnet, wenn der verwendete Strom für die Elektrolyse etwa aus Wind- oder Solarenergie kommt. Bei der Verwendung von Erdgas spricht man von grauem Wasserstoff. Anfang des Jahres war bekanntgeworden, dass mehrere Wasserstoffprojekte in Sachsen-Anhalt ins Stocken geraten waren. Unter anderem hatte das Energieunternehmen Mibrag am Standort Profen den Bau eines großen Elektrolyseurs erst einmal verschoben.
Im Juni hatte das Energieministerium dann ein Förderprogramm in Höhe von 87 Millionen Euro aus EU-Mitteln ausgeschrieben. Mit vier vorliegenden Anträgen sei das Programm inzwischen ausgeschöpft, teilte das Ministerium mit. Derzeit würden die Anträge durch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt geprüft.
«Auch hier in Leuna wird die Basis für die industrielle Zukunft Deutschlands gelegt», sagte Willingmann bei der Übergabe der Fördermittel in Leuna. Gerade in der aktuell schwierigen Phase brauche es Verlässlichkeit und Unterstützung. «Wer den Wasserstoffhochlauf heute ausbremst, riskiert morgen industrielle Rückschritte.»
Derzeit beträgt die in Sachsen-Anhalt installierte Elektrolyseleistung zur Herstellung von grünem Wasserstoff lediglich 60 Megawatt. Sachsen-Anhalt will bis 2030 eine Leistung von 1.000 Megawatt errichten. Deutschlandweit sollen es nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums in den kommenden fünf Jahren 10.000 Megawatt werden.
Stand: 08.12.2025
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Eine schwache Nachfrage im Bereich der präklinischen Forschung hat den schwächelnden Pharmawirkstoff-Entwickler Evotec im ersten Halbjahr belastet. Der Umsatz sei in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf rund 371 Millionen Euro gesunken, teilte das Unternehmen in Hamburg mit. Bei präklinischen Studien werden Risiken und Nutzen von Wirkstoffen bewertet, bevor diese an Menschen erprobt werden.
Unter dem Strich verbesserte sich das Konzernergebnis in den sechs Monaten jedoch von zuvor minus 115,6 auf minus 75,1 Millionen Euro. Das Vorjahr sei vor allem durch hohe einmalige Kosten für die Neuaufstellung des Unternehmens belastet gewesen, hieß es.
Konzernchef Christian Wojczewski zeigt sich mit dem laufenden Umbau zufrieden. «Wir sind mit der Umsetzung unserer Strategie auf dem richtigen Weg.» Evotec mache Fortschritte in Richtung eines nachhaltigen und profitablen Wachstums.
Essen (dpa) *08:57 Uhr – Brenntag mit Gewinneinbruch im Quartal
Beim Chemikalienhändler Brenntag ist im zweiten Quartal der Gewinn eingebrochen. Der auf die Aktionäre anfallende Überschuss ging in den drei Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich um gut 71 Prozent auf 42,9 Millionen Euro zurück, wie der Dax-Konzern bei Vorlage der endgültigen Halbjahreszahlen mitteilte. Die Erlöse schrumpften um gut vier Prozent auf knapp 3,9 Milliarden Euro. Das Unternehmen hatte bereits Mitte Juli Eckdaten für das Quartal vorgelegt und sein Gewinnziel für das Gesamtjahr gekappt.
«In den vergangenen Monaten haben wir anhaltende Unsicherheiten, gedämpfte Kundenstimmung, eine geminderte Nachfrage und zudem ungünstige Euro/US-Dollar-Wechselkurse erlebt», berichtete der scheidende Unternehmenschef Christian Kohlpaintner. All dies habe sich auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt.