Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.
Sjewjerodonezk (dpa) *21:31 Uhr – Kämpfe in Sjewjerodonezk: Rauch über Chemiefabrik – Warnung vor Säure
Bei Gefechten in der umkämpften ostukrainischen Großstadt Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk ist es in einer Chemiefabrik für Salpetersäure zu einem Zwischenfall gekommen. Die ukrainischen Behörden, die dort weiter die Kontrolle haben, sprachen am Dienstag von einem russischen Luftangriff auf das Werk.
Die prorussischen Separatisten teilten dagegen mit, es sei dort zu einer Explosion gekommen. Auf Fotos, die Gouverneur des Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj, in seinem Nachrichtenkanal bei Telegram veröffentlichte, war eine große Rauchwolke zu sehen.
Dagegen teilte der Separatistenvertreter Rodion Miroschnik mit, in dem Werk Asot seien Chemikalien in die Luft geflogen. Es handele sich allem Anschein nach um Salpetersäure. Der Betrieb gehört zu den größten Chemieunternehmen in der Ukraine. Dort seien einmal 7000 Menschen beschäftigt gewesen, hieß es.
Köln (dpa) *09:39 Uhr – Lanxess trennt sich von Spezial-Kunststoffen
Der Chemiekonzern Lanxess treibt seinen Umbau mit dem Ausstieg aus dem Geschäft mit Hochleistungskunststoffen für die Auto- und Elektroindustrie voran. Der MDax-Konzern bringt diesen Geschäftsbereich in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Beteiligungsgesellschaft Advent ein, das im gleichen Zuge in einem Milliardendeal das Kunststoffgeschäft Engineering Materials des niederländischen Konzerns Royal DSM übernimmt. «Lanxess wird noch einmal deutlich weniger abhängig von Konjunkturschwankungen», sagte Konzernchef Matthias Zachert am Dienstag.
Das neue Gemeinschaftsunternehmen der Kölner und des Finanzinvestors Advent zahlt für das Engineering-Materials-Geschäft von DSM 3,7 Milliarden Euro. Lanxess bringt zudem seinen Geschäftsbereich High Performance Materials (HPM) in das neue Unternehmen ein. Über einen solchen Deal wurde schon seit Monaten spekuliert, denn Lanxess überführte eigene Aktivitäten, die denen von DSM ähneln, unter dem Namen HPM bereits in eine eigenständige Gesellschaft. Diese produziert Hochleistungskunststoffe vor allem für die Automobil- sowie die Elektro- und Elektronikindustrie.
An dem neuen Gemeinschaftsunternehmen soll Advent mindestens 60 Prozent halten. Lanxess werde im Gegenzug eine erste Zahlung von mindestens 1,1 Milliarden Euro sowie einen Anteil von bis zu 40 Prozent erhalten, hieß es. Der Vollzug werde in der ersten Jahreshälfte 2023 erwartet. Mit dem Geld will Zachert Schulden tilgen. Auch ein Aktienrückkaufprogramm ist angedacht.
30.05.2022
Schwedt/Oder (dpa/bb) *17:02 Uhr – Schwedts Bürgermeisterin Hoppe will Ausnahme von Öl-Embargo
Die Bürgermeisterin der Stadt Schwedt/Oder, Annekathrin Hoppe (SPD), setzt sich für eine Ausnahme des Standorts bei einem Öl-Embargo gegen Russland ein. Sie fordert, dass in der Schwedter Raffinerie PCK erst mal weiter russisches Öl aus der Druschba-Pipeline verarbeitet wird. «Wenn der Bundesregierung etwas an der Region und der sicheren Versorgung liegt, wäre 2030 eine sinnvolle Zielmarke», sagte Hoppe dem «Handelsblatt» (Montag/online).
Sie warnte davor, dass die Raffinerie wie von der Bundesregierung geplant mit Öl über Rostock versorgt würde und dann nur auf 60 Prozent der bisherigen Leistung käme. «Das kann nicht funktionieren.
Es käme unweigerlich zum Stillstand», sagte sie.
Berlin/Schwedt/Oder (dpa) *14:07 Uhr – Bund-Länder-Gruppe diskutiert über Zukunft von Standort Schwedt
Eine Arbeitsgruppe aus Bund und Ländern hat am Montag Beratungen zur Zukunft des Raffinerie-Standorts Schwedt aufgenommen. Wirtschaftsstaatssekretär Michael Kellner erklärte nach der Auftaktsitzung einer Projektgruppe, es räche sich, dass ein russischer Energiekonzern in den vergangenen Jahren einen so starken Einfluss auf die Versorgungssituation bekommen habe. «Daher müssen wir hier gemeinsam und mit ganzer Kraft für eine Zukunft des Standortes ohne russisches Öl kämpfen.»
Eine Bund-Länder-Projektgruppe soll zukunftsfähige Lösungen für den Standort und seine Beschäftigten erarbeiten. In der Gruppe sind mehrere Bundesministerien vertreten sowie die Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Stand: 08.12.2025
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Zugleich wurden laut Bundeswirtschaftsministerium auch aktuelle Fragen rund um den Weiterbestand sowie Fragen der Versorgungssicherheit im Hinblick auf die Umstellung weg von russischem Öl für die PCK-Raffinerie diskutiert.
Pronsfeld (dpa) *13:00 Uhr – Arla Foods weiht neue Produktionsanlage für Milchpulver ein
Die Molkerei Arla Foods hat am Montag eine neue Produktionsanlage für Milchpulver am Standort Pronsfeld in der Eifel eingeweiht. Kernstück sei ein 51 Meter hoher Trockenturm, in dem pro Jahr 685 Millionen Kilogramm Milch zu rund 90.000 Tonnen Milchpulver verarbeitet würden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Mit der zweiten Anlage zur Milchpulverherstellung in Pronsfeld solle vor allem eine steigende internationale Nachfrage bedient werden. Die Anlage habe mitsamt einer neuen Energiezentrale 190 Millionen Euro gekostet.
Arla wolle das Geschäft auf internationalen Märkten wie dem Nahen Osten, Westafrika und Südostasien ausbauen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Arla Gruppe, Peder Tuborgh, zur Eröffnung. Im vergangegen Jahr sei das mit Abstand meiste Milchpulver aus Pronsfeld im internationalen Geschäft nach Nigeria geliefert worden, sagte ein Sprecher.