BASF macht sich auf in eine nachhaltige Zukunft. Forschungsvorständin Melanie Maas-Brunner will den Konzern grüner machen und setzt auf weiße Biotechnologie, regenerative Energien und Digitalisierung.
Melanie Maas-Brunner ist Mitglied des Vorstands, Chief Technology Officer, Arbeitsdirektorin und Standortleiterin für das Werk Ludwigshafen.
(Bild: BASF SE)
Der Konzernumbau bei der BASF ist im vollen Gang und Forschungsvorständin Melanie Maas-Brunner absolvierte die zweite Forschungspressekonferenz seit ihrem Amtsantritt. Ihre Botschaft ist klar und hat sich seit letztem Jahr nicht geändert. Der Konzern will und muss grüner werden, auch wenn Energiekrise und der Ukrainekrieg die Arbeit nicht unbedingt einfacher machen.
Nachhaltigkeit sei nicht erst seit gestern ein Thema sondern bereits seit 27 Jahren, sagte Maas-Brunner. Doch das Tempo müsse sich deutlich beschleunigen – Forschung und Entwicklung nah am Kunden sein. Die Neuaufstellung der Forschung hat die Forschungschefin in diesem Jahr abgeschlossen und geschäfts- und anwendungsorientierte Forschungseinheiten den operativen Unternehmensbereichen angegliedert. Auch die zentrale Forschung hat sie aufgewertet. Die Abteilung bearbeitet nun Themen die für mehrere Unternehmensbereiche relevant sind und hat den Auftrag mit Universitäten, Forschungsinstituten und Partnerunternehmen Netzwerke zu bilden und zu pflegen.
Weltweit sind im Konzern rund 10.000 Mitarbeitende in Forschung und Entwicklung beschäftigt und 2021 hat man 2,2 Milliarden Euro in F&E investiert. Es sei eine Daueraufgabe die Kompetenzen weiter auszubauen, betonte sie. Dazu zähle beispielsweise, CO2-freien Wasserstoff zu generieren, die Elektrifizierung der Produktionsprozesse und die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben, neue Rohstoffquellen zu erschließen oder digitale Werkzeuge noch effizienter zu nutzen.
Sie verweist auch auf den gemeinsam mit Vattenfall geplanten Offshore-Windpark der 2023 ans Netz gehen soll und dann im großem Maßstab regenerativen Strom liefern soll, der z.B. für den Elektrocracker benötigt wird.
„Wir wollen zu den ersten Unternehmen gehören, die eine große Bandbreite CO2-neutraler Produkte zur Verfügung stellen“, erklärte sie. Die Nachfrage steige, weil Kunden ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten wollten. Die gerade verkündeten Einsparmaßnahmen verschonen auch die Forschung nicht. Trotzdem will die Forschungschefin eine gute Balance zwischen Einsparungen und Zukunftssicherung halten. Darauf angesprochen erklärt sie, es gehe darum Forschungsgelder effektiver zu nutzen und sich mehr zu fokussieren auf Themen mit großem Hebel, wie z.B. Digitalisierung.
Weiße Biotechnologie soll deutlich wichtiger für BASF werden
Als eine Schwerpunkttechnologie hat Maas-Brunner die weiße Biotechnologie identifiziert. Die Rohstoffbasis des Konzerns soll deutlich breiter werden und neben Erdöl und Erdgas, auch alternative Rohstoffe umfassen. „Wir wollen die weiße Biotechnologie aus der Nische holen und zum Mainstream machen,“ erklärte Dr. Doreen Schachtschabel, Vice President White Biotechnology Research.
Basis ist eine Biotechnologie-Plattform. Mikroorganismen werden mit Hilfe gerichteter Evolution und Methoden wie metabolic Engineering und Genome Editing in die Lage versetzt, neue Chemikalien herzustellen, z.B. Duft- und Aromastoffe für die genetisch veränderte Holobacter-Bakterien genutzt werden.
Man habe erkannt, dass die Biotechnologie, das Ingenieurwesen und die klassische Chemie, wenn sie optimal zusammenspielen, sehr effiziente, aber auch ökonomisch und ökologisch nachhaltige Prozesse ermöglichen und in Zukunft BASF helfen werden, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, sagte Schachtschabel.
Industrieabgase als Rohstoffe für Grundchemikalien
Auch die Gasfermentation an der BASF gemeinsam mit dem amerikanischen Unternehmen Lanzatech arbeitet, nutzt alternative Rohstoffe. Ziel ist, dass Bakterien gasförmige Kohlenstoffquellen wie Kohlenmonoxid und Kohlendioxid als Rohmaterial nutzen. Der Kohlenstoff kann dabei von Abgasen aus Stahlwerken, Raffinerien und chemischen Anlagen stammen, aber auch aus Haushaltsabfall, der in Gas umgewandelt wird. „Wir möchten das Potenzial der Gasfermentation erschließen, um Chemikalien für die chemischen Wertschöpfungsketten herzustellen“, erklärte Prof. Michael Helmut Kopf, Director Alternative Fermentation Platforms bei BASF. Es gibt bereits Produktionsanlagen von Lanzatech in China, die mit dieser Technologie Ethanol herstellen. Eine weitere Anlage wird in Kürze in Belgien in Betrieb gehen. Die beiden Unternehmen möchten nun mittels gas-fermentativer Verfahren höhere Alkohole und weitere Zwischenprodukte herstellen.
Stand: 08.12.2025
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Wie abbaubar sind Kunststoffe?
Nachhaltigkeit bedeutet für den Konzern aber auch genau zu wissen, wie und warum Mikroorganismen in der Umwelt die Produkte nach deren Verwendung abbauen. Dazu entwickeln Wissenschaftler um Prof. Andreas Künkel, Vice President Research Biopolymers, Vorhersagemodelle, wie sich Kunststoffe in der Umwelt verhalten und wie dieses chemisch zusammen gesetzt sein müssen, damit sie schnell abgebaut werden. „Wir schauen uns bis ins Detail an, wie wir Materialien designen sollten, damit sich unsere Produkte im Boden und in technischen Systemen wie Kompost- und Kläranlagen abbauen“, erklärte Künkel.
Digitale Werkzeuge spielen übrigens für die Vorhersage des Abbauverhaltens und auch die Portfolioentwicklung eine wichtige Rolle.