Arbeitssicherheit VCI ehrt Preisträger des Responsible-Care-Wettbewerbs 2024

Quelle: VCI 4 min Lesedauer

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Fünf Unternehmen wurden vom Verband der Chemischen Industrie für ihre wegweisenden Ansätze im Arbeits- und Gesundheitsschutz prämiert. Ob ergonomische Exoskelette, digitale Sicherheitslösungen oder kreative Azubi-Projekte – die prämierten Konzepte setzen neue Maßstäbe für sichere und gesunde Arbeitsumfelder.

(v.l.n.r.): Ulrike Zimmer, VCI; Victor Kaupe, BASF Coatings; Cedrik Schlag, Honeywell Specialty Chemicals Seelze; Gregor Böhler, DSM-Firmenich; Andreas Möller, Dr. Michael Müller, Ursa-Chemie; Dr. Stefan Schneiderbauer, Daniel Quapp, Roman Hartung, Wacker Chemie(Bild:  Andreas Arnold)
(v.l.n.r.): Ulrike Zimmer, VCI; Victor Kaupe, BASF Coatings; Cedrik Schlag, Honeywell Specialty Chemicals Seelze; Gregor Böhler, DSM-Firmenich; Andreas Möller, Dr. Michael Müller, Ursa-Chemie; Dr. Stefan Schneiderbauer, Daniel Quapp, Roman Hartung, Wacker Chemie
(Bild: Andreas Arnold)

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hat in Frankfurt fünf Vorreiterunternehmen ausgezeichnet, die Maßstäbe im Arbeits- und Gesundheitsschutz setzen. „Sicheres und gesundes Arbeitsumfeld“ – so lautete das Thema des diesjährigen Responsible-Care-Wettbewerbs. Damit suchte der VCI nach inspirierenden Konzepten, wie die Mitgliedsunternehmen für Sicherheit und Schutz sowohl am Arbeitsplatz als auch im privaten Umfeld ihrer Beschäftigten sorgen.

Den ersten Platz sicherte sich in diesem Jahr BASF Coatings, Münster, mit ihrem kombinierten Projekt Computer-Myo-Graphie und Exoskelette in der Logistik. Die Kooperation mit dem Startup Predimo und der Universität Münster zielt darauf ab, die Effizienz und Ergonomie in logistischen Prozessen bei BASF Coatings zu verbessern. Täglich werden am Standort Münster bis zu rund 500 Tonnen durch reine Muskelkraft bewegt. Um die Beschäftigten zu schonen, wird Computer-Myo-Graphie zur digitalen Messung und Darstellung von Bewegungsabläufen, Körperhaltung und Ergonomie am Arbeitsplatz genutzt. Durch die Erstellung eines digitalen Zwillings können Arbeitsplätze datenbasiert ergonomisch bewertet und effizient optimiert werden. BASF Coatings nutzt darüber hinaus Exoskelette, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten. In ihrer Begründung hob die Jury hervor, dass die Forschungslage in diesem Bereich bislang unzureichend war. Doch dank der Initiativen von BASF zeige sich nun ein positiver Wandel. Dies sei ein Schritt in die richtige Richtung, der nicht nur die ergonomische Unterstützung der Beschäftigten fördere, sondern auch wertvolle Erkenntnisse für künftige Entwicklungen liefere.

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Der zweite Platz ging nach Grenzach-Wyhlen an DSM-Firmenich mit dem Projekt „Jeder, Immer, Alles – 100 % Sicherheit. Unfallfrei, ich bin dabei!“. Hierbei handelt es sich um ein fortlaufendes Programm zur Prävention von Arbeitsunfällen, das auf vier Ebenen abzielt: Verhaltensänderung, Ausbau von Know-how, Förderung einer Lernkultur und Entwicklung von Führungskompetenzen: So wird jede Führungskraft zu einem sogenannten „Safety Leader“ entwickelt, der sein Team zu sicherem Arbeiten und Verhalten motiviert. Zweitens werden sichere Arbeitsmethoden eingeführt und praktisch geschult. Drittens lernt jede Person, sich in allen alltäglichen Bewegungen sicher zu verhalten. Viertens werden Partnerunternehmen und externe Dienstleister konsequent einbezogen, um auch ihre Sicherheit zu gewährleisten. Mit diesem Konzept konnte DSM-Firmenich die Arbeitsunfälle um fast zwei Drittel reduzieren. Gleichzeitig stieg die Meldung von Beinahe-Unfällen und unsicheren Zuständen um 1000 % – ein Zeichen dafür, dass die Beschäftigten aktiv Verantwortung übernehmen und dazulernen. Die Jury betonte, wie wichtig es sei, dass auch externe Unternehmen in das Sicherheitskonzept einbezogen werden. Das sei ein ganzheitlicher Ansatz, um die Sicherheitskultur zu verbessern.

Den dritten Platz hat sich Honeywell Specialty Chemicals Seelze mit dem Projekt Tatort Arbeitsplatz: „Findest Du alle 10 Fehler?“ gesichert. Hierfür haben Auszubildende in Such- und Wimmelbildern Szenarien mit typischen Sicherheitsfehlern in der Arbeitssicherheit entwickelt. In den Ausbildungsbereichen Chemielaborant und Chemikant zeigen sie alltägliche Tätigkeiten mit unsicherem Verhalten und Zuständen – live vor jungem Publikum. Moderiert durch die Azubis sollen Besucher bei Schulveranstaltungen oder Events für potenzielle Azubis die Fehler erkennen und für Arbeitssicherheit sensibilisiert werden. Zudem wird über Ausbildungsberufe in der chemischen Industrie informiert. So schafft Honeywell nicht nur eine solide Grundlage für eine sichere Arbeitsumgebung, sondern fördert auch eine Kultur des kontinuierlichen Lernens und der verantwortungsbewussten Zusammenarbeit, so die Jury.

Vorzeigeprojekt im Mittelstand

Den Mittelstandspreis erhielt in diesem Jahr e Ursa-Chemie in Montabaur mit dem Projekt Information und Transparenz sind Ausdruck von Wertschätzung. Mit einer Mitarbeiter-App informiert das Unternehmen über wichtige Informationen für ein gesundes Arbeitsklima. Damit haben die Beschäftigten jederzeit und überall Zugriff auf wichtige Informationen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, einschließlich Sicherheitsunterweisungen und Schulungen. Diese digitale Plattform fördert nicht nur die Wissensvermittlung, sondern ermöglicht es den Beschäftigten auch, sich aktiv mit Themen der Sicherheit auseinanderzusetzen. Darüber hinaus wird ein umfangreiches Veranstaltungsangebot im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung bereitgestellt. Es zielt darauf ab, das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeitenden nachhaltig zu stärken. Die Jury war besonders beeindruckt von der Entschlossenheit dieses kleinen Unternehmens, sich einer solchen bedeutenden Herausforderung zu stellen und dabei eine umfassende Sicherheits- und Gesundheitskultur zu fördern.

Digitalisierungspreis für Roboter-Hund

Wacker Chemie ist auf den Hund gekommen und konnte sich damit den Digitalisierungspreis sichern. Seit 2022 setzt Wacker einen innovativen Roboterhund ein, der mithilfe moderner Sensoren und Kameras vorgegebene Routen und Aufgaben vor Ort automatisch erledigt. Bei solchen Betriebsrundgängen können diese technischen Helfer Aufgaben wie das Auslesen von Manometern eigenständig erledigen. Mit Gassensor, (Wärmebild)kamera und Mikrofon können Anomalien wie Übertemperaturen, Verunreinigungen oder Undichtigkeiten frühzeitig erkannt werden. Die Belegschaft wird dadurch nicht nur von monotonen Aufgaben in potenziell gefährlichen Umgebungen entlastet, sondern es wird auch ein Beitrag zur Sicherheit am Arbeitsplatz geleistet. Perspektivisch ist geplant, den Roboterhund in beengten Bereichen wie Tunneln und Schächten einzusetzen. Die Jury war besonders beeindruckt von der effektiven Nutzung von Robotern, um den Schutz der Mitarbeitenden zu gewährleisten und die Sicherheitsstandards im Unternehmen zu erhöhen.

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