Drohen Milliardenverluste? Deutlicher Rückgang der Pharmaexporte durch mögliche US-Zölle

Quelle: Deloitte 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Neue US-Zölle auf Arzneimittel könnten die deutschen Pharmaexporte drastisch einbrechen lassen – um bis zu 13,5 Milliarden Euro. Besonders betroffen: der wichtigste Absatzmarkt USA. Eine aktuelle Analyse zeigt die möglichen Folgen für die Branche – und warum schnelle Gegenmaßnahmen schwierig sind.

Deutsche Pharmaexporte in die USA könnten mittelfristig um bis zu 13 Milliarden Euro zurückgehen. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Deutsche Pharmaexporte in die USA könnten mittelfristig um bis zu 13 Milliarden Euro zurückgehen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Den Pharmaunternehmen in Deutschland könnten durch die Einführung von US-Zöllen auf Pharmaprodukte erhebliche Verluste entstehen. Würden Zölle in einer Größenordnung von 10 bis 35 % für einen Zeitraum von drei bis vier Jahren in Kraft treten, könnten die Exporte der Branche in den weltgrößten Pharmamarkt USA um fünf bis 53 % zurückgehen. Das entspräche einem Verlust von 1,3 bis 13,4 Milliarden Euro, wie eine aktuelle Deloitte-Analyse von drei Szenarien zeigt.

Neue Zölle in den USA würden außerdem zu rückläufigen Gesamtexporten der deutschen pharmazeutischen Industrie führen. Im günstigsten Fall (10 % Zoll) würden die Exporte nach Mexiko, Kanada und in andere Märkte aufgrund von Wechselwirkungen um weitere 1,2 Milliarden Euro sinken. Die gesamten deutschen Pharmaexporte würden damit unter dem Einfluss neuer Handelshemmnisse in den USA um 2,5 Milliarden Euro (2 %) zurückgehen.

„Eine sinkende Nachfrage im weltgrößten Pharmamarkt USA ist durch Ausfuhren in andere Absatzmärkte kaum auszugleichen“, sagt Susanne Uhlmann, Partnerin und Expertin für die Pharmaindustrie bei Deloitte. „Maßnahmen, um die Effekte der Zölle abzufedern – wie Anpassungen der Lieferketten – benötigen viel Zeit und vor allem verlässliche Rahmenbedingungen. Die aktuelle Unsicherheit ist daher die größte Herausforderung.“

Sollte ein Zoll von 20 % auf Arzneimittel eingeführt werden, wären die Auswirkungen auf die deutschen Exporte deutlich stärker. Die Ausfuhren in die USA würden um 28 % sinken (7,1 Milliarden Euro), mit einem zusätzlichen Rückgang von knapp 200 Millionen Euro in den übrigen Absatzmärkten. Die Gesamtexporte der deutschen Pharmaindustrie würden damit um 6 % (7,3 Milliarden Euro) zurückgehen.

Ein US-Zoll in Höhe von 35 % führt nach der vorliegenden Analyse mittelfristig zu einem Rückgang der Exporte in die USA von 53 % und einem Verlust von 13,4 Milliarden Euro über die Dauer von drei bis vier Jahren. Die Ausfuhren in weitere Absatzmärkte würden um 100 Millionen Euro zurückgehen, so dass die gesamten Exporte der deutschen Pharmaindustrie unter diesen Voraussetzungen um 13,5 Milliarden sinken würden.

„Abgesehen von den wirtschaftlichen Auswirkungen sind Handelshemmnisse in dieser Größenordnung Grund zur Sorge um die Qualität der medizinischen Versorgung. Sie sollte oberste Priorität sein“, sagt Uhlmann. „Gute, wirksame Arzneimittel sind keine austauschbaren Konsumgüter und lassen sich schwer ersetzen.“

Für die deutsche Pharmaindustrie sind die USA der wichtigste Exportmarkt: 2023 lieferte Deutschland pharmazeutische Waren im Wert von 26 Milliarden Euro in die USA. Das sind 23 % der deutschen Pharmaexporte im Gesamtwert von 113 Milliarden Euro. Damit ist die Branche mehr als jede andere abhängig von den Ausfuhren in die USA.

(ID:50394889)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung