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Risikoanalyse beim Monitoring
Für das Routinemonitoring sind über eine Risikoanalyse die Messpunkte zu bestimmen. In A-Bereichen müssen die Partikelzahlen überwacht werden, sodass kurzzeitige Ereignisse und Verschlechterungen erkannt und Alarm ausgelöst werden kann. In B-Berei-chen muss nicht mehr zwingend kontinuierlich überwacht und dokumentiert werden. Dennoch wird dies genauso empfohlen wie die Bewertung über eine Risikoanalyse.
Ebenfalls ist das Mindestprobenahmevolumen von 1 m3 für das Monitoring nicht mehr vorgeschrieben. Es soll vielmehr so überwacht werden, dass Veränderungen schnell erkannt werden. Für aseptische Vials wurden Umgebungsbedingungen dahingehend genau definiert, dass sie erst nach der Verbördelung als komplett verschlossen gelten. Teilverschlossene Vials bis zum vollständigen Verschließen müssen unter Klasse-A-Bedingungen aufbewahrt werden, d. h. vom Füllen bis zum Verschließen und Verbördeln dürfen die Vials den kontrollierten Bereich der Klasse A nicht verlassen. Aufgrund der möglichen Partikelfreisetzung sollte die Bördelstation jedoch mit einer eigenen Luftführung versehen sein.
Höherer konstruktiver Aufwand
Für Dienstleister ergeben sich aus diesen Änderungen sowohl in Bezug auf die Konstruktion aber auch den Nachweis der Einhaltung der geforderten reinraumtechnischen Parameter unter Umständen eine ganz andere Vorgehensweise. Pharmaserv plant und baut reinraumgerechte Einhausungen und führt die notwendigen Qualifizierungsschritte und die messtechnischen Nachweise durch. Die Einhausungen werden aus Aluminiumprofilsystemen nach Kundenwünschen vom reinen Zugriffschutz bis hin zu kompletten TAV-Bereichen (Turbulenzarme Verdrängungsströmung) konzipiert.
Was für den Anwendungsfall die jeweils technisch und wirtschaftlich beste Lösung darstellt, muss über Risikoanalysen, Machbarkeitsstudien und Kostenbetrachtungen erarbeitet werden. Unabhängig von der verwendeten Lösung müssen die Vorgaben des Annex 1 erfüllt werden. Es ist in jedem Fall darauf zu achten, dass die möglichen Kontaminationen aus dem Umfeld oder durch den Bediener vom Produkt weg transportiert werden.
Für die Umrüstung und Nachrüstung von Anlagen für aseptische Vials werden im Vorfeld oft Studien durchgeführt und bewertet. Ein Hauptbestandteil dieser Studien sind Strömungsvisualisierungen in verschiedenen Betriebszuständen. Aus diesen werden dann entsprechende Verbesserungsschritte abgeleitet. Die Strömungsvisualisierung ist auch bei neuen Anlagen ein Hauptbestandteil der Tests und ein Kriterium für weitere Optimierungsmaßnahmen.
Für den kompletten Bereich der Vialabfüllung bis zum Verschließen müssen umfangreiche Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Neben den Nachweisen der Kontaminationsfreiheit bei Medialfill, die verschärft wurden, müssen aufwändige Prüfungen zum Nachweis der Umgebungsparameter durchgeführt werden.
An den Anlagen und in der direkten Umgebung müssen nun mikrobielle Oberflächenbelastungen gemessen werden. In der Raumluft muss die mikrobielle Belastung bestimmt werden. Auch im späteren Betrieb müssen sowohl im B-Umfeld, wie auch im A-Bereich die Belastungen weiterhin überwacht werden.
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