Brauerei 4.0
Auf der Suche nach dem Zukunftskonzept für den Brauprozess

Von Manja Wühr 4 min Lesedauer

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Für Gea ist die Zukunft der Brauerei digital – verknüpft mit kontinuierlichem Brauen und just-in-time-Produktion. So sollen Brauereien noch brachliegendes Potenzial bei Flexibilität und Nachhaltigkeit heben können. Auf der diesjährigen Drinktec will der Technologiekonzern seine Vision der Brauerei von morgen zur Diskussion stellen.

Wie sieht die Brauerei der Zukunft aus? Mit dem Konzept Brewery 4.0 sucht Gea Antworten auf Fragen der Digitalisierung und kontinuierlichen Produktion.(Bild:  © Jacob Lund / Fotolia.com; GEA [M] Frank)
Wie sieht die Brauerei der Zukunft aus? Mit dem Konzept Brewery 4.0 sucht Gea Antworten auf Fragen der Digitalisierung und kontinuierlichen Produktion.
(Bild: © Jacob Lund / Fotolia.com; GEA [M] Frank)

Für Brewery 4.0 hat Gea in den vergangenen Jahren diverse Forschungs- und Entwicklungsprojekte initiiert und konzernweit weitergedacht. Im Zentrum stehen die Anforderungen einer Industrie, bei der nur die kreativsten Köpfe im Wettbewerb bestehen können. Bei der Auswertung der Forschungsergebnisse und Kundenanfragen kristallisierten sich folgende Branchenbedürfnisse heraus: hochwertige Produkte bei absolut zuverlässiger, sicherer Technologie, Flexibilität gegenüber Nachfrageschwankungen, Lieferfähigkeit, Verbesserung der eigenen Produktivität bei immer geringeren Betriebskosten und einer nachhaltigen Ökobilanz. Nun lädt Andreas Holleber, der das Brauereigeschäft von Gea leitet, Branchenvertreter zur Diskussion dieser Ergebnisse auf die Drinktec 2017 ein: „Mit Brewery 4.0 zeichnen wir die Zukunft der Brauindustrie für die nächsten zehn Jahre. Deshalb ist es uns wichtig, mit Praxis und Wissenschaft die Anforderungen für die Bierproduktion zu diskutieren, um unser Konzept zu validieren.“

Kontinuierliche Würzeproduktion

Gea geht davon aus, dass sich die Bierproduktion im Main­stream-Segment der Großbrauereien in den nächsten Jahren immer mehr dem kontinuierlichen oder semi-kontinuierlichen Brauen zuwendet. Als per se kontinuierliches Verfahren zum Trennen der Maische werden zwei Dekanter eingesetzt, die insbesondere Rohstoffe ohne Spelzen wirkungsvoll separieren. Was für den europäischen Verbraucher ungewöhnlich ist, ist in anderen Teilen der Welt gang und gäbe: So wird Bier in Asien, Afrika und Südamerika unter anderem aus Reis, Mais und Hirse oder stärkehaltigen Wurzeln wie Maniok oder Cassava gewonnen. Selbst für Malzrohstoffe eröffnet das zweistufige Dekanterverfahren wesentliche Vorteile in puncto Nachhaltigkeit: Bei gleicher Kapazität sind mehr Sude möglich, die Spitzenlast in der Dampfversorgung wäre geringer und deshalb ein kleinerer Dampfkessel nötig. Dieser würde konstant bei optimalem Wirkungsgrad arbeiten und somit weniger Primärenergie verbrauchen. Am Konzept für ein kontinuierliches Sudhaus, in dem aber auch Sortenwechsel realisierbar sind, arbeiten die Gea-Experten seit mehreren Jahren. Ihre Betriebserfahrungen aus realisierten Projekten gehen in das Brewery-4.0-Konzept ein. Auf der Drinktec 2017 wird Gea ein hocheffizientes Maischsystem und auch ein Würzeausdampfsystem als Element einer semi-kontinuierlichen Prozessvariante zeigen.

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