Lactoferrin-Gewinnung
Auf den Löffel, in den Mund, gesund?!

Von Manja Wühr 4 min Lesedauer

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Die Evolution hat Säugetieren eine Allzweckwaffe zum Schutz vor Viren und Bakterien geschenkt. Das Lactoferrin. Forscher rund um die Welt entdecken immer neue Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten. Doch damit Verbraucher*innen tatsächlich von den Segnungen des Immunproteins profitieren können, kommt es auf schonende Aufbereitung an.

Spezialisten des Gea-Test-Centers in Dänemark konfigurieren die maßgeblichen Trocknungsschritte und stellen Produktmuster für Aktivitätsstudien her, um so die optimalen Parameter für die Sprüh- oder Gefriertrocknung bei der Herstellung von Lactoferrin-Pulver mit den gewünschten Eigenschaften zu bestimmen.(Bild:  Gea)
Spezialisten des Gea-Test-Centers in Dänemark konfigurieren die maßgeblichen Trocknungsschritte und stellen Produktmuster für Aktivitätsstudien her, um so die optimalen Parameter für die Sprüh- oder Gefriertrocknung bei der Herstellung von Lactoferrin-Pulver mit den gewünschten Eigenschaften zu bestimmen.
(Bild: Gea)

Ein besonderer Joghurt, der die Immunabwehr stärkt, das Hautbild verbessert und entzündliche Beschwerden lindert? Klingt wie ein dubioses Heilsversprechen von Marketingstrategen. Ist es aber nicht. Säuglinge aller Gattungen profitieren schon seit Millionen von Jahren von diesem besonderen Etwas. Denn mit der Muttermilch nehmen sie nicht nur wichtige Nährstoffe auf, sondern auch das medizinische Wundermittel Lactoferrin. Zahlreiche Studien bescheinigen dem Protein antivirale, antibakterielle und antimykotische Eigenschaften. Auch auf entzündliche Prozesse und den Stoffwechsel wirkt es regulierend.

Ein Stoff also, der Produktentwickler aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie träumen lässt. Vor allem da Rinder-Lactoferrin seit 2012 als neuartige Lebensmittelzutat von der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zugelassen ist. Selbst Pharmaka- und Kosmetikhersteller zeigen großes Interesse. Analysten von Grand View Research ermittelten für 2019 einen weltweiten Marktwert von 203,7 Millionen Dollar. Sie gehen davon aus, dass der Markt für Lactoferrin bis 2027 auf 379,5 Millionen Dollar ansteigen wird. Um dieses Potential ausschöpfen zu können, kommt es neben kreativen und überzeugenden Produktentwicklungen vor allem die effiziente und hochreine Gewinnung von Lactoferrin aus Milch und Molke an. Im Wesentlichen besteht dieser Prozess aus drei Schritten: Extraktion, Aufreinigung und Trocknung.