Suchen

Schüttgutforum 2012: Der 2. Tag

Alles im Fluss – Lagerung und Austragung von Schüttgütern

Seite: 5/5

Firmen zum Thema

Auch Welsch zeigte eindrucksvolle Bilder und Filme von Testläufen, in denen die Wichtigkeit dieser Schutzmaßnahme dargestellt wurde. Die Sekundärexplosion hatte zum Beispiel einen auf 10 bar Explosionsdruckfestigkeit ausgelegten Wirbelbettreaktor in mehr oder weniger handliche Stücke zerlegt, nachdem er zuvor wie eine noch mit der Startrampe verbundene Rakete abgehoben hatte.

Zur Detektion gibt es drei verschiedene Auslösemechanismen: Die optische Detektion (Infrarot), die statische oder dynamische Druckdetektion, sowie die Meldung über Berstindikatoren, die die Öffnung einer Berstscheibe anzeigen. Letztgenannte ist aber mit Vorsicht zu betrachten, da die Explsoion dann schon relativ weit fortgeschritten ist, und die Explosionssperre bei Ausfall des Indikators auch ohne Explosion ausgelöst würde.

Die Problematik bei der Entkoppelung besteht darin, die Explosion so schnell zu detektieren, dass sie vor Durchlaufen der Rohrleitung erkannt wird. Je nach Zündort kann das nicht immer von der im entsprechenden Anlagenteil installierten Detektion erledigt werden, weil die Welle zuerst die Verbindungsleitung und dann den Detektor erreicht. Es muss also in einer Verbindungsleitung einen eigenen Detektor geben, der in ausreichender Entfernung vor dem Schutzelement (Schnellschussschieber, Löschmittelsperre) installiert ist.

Zündschutzarten bei Staubatmosphären

Während die vorangegangenen beiden Vorträge sich mit schon ausgelösten Exploionen beschäftigten, kamen im letzten Vortrag Massnahmen zur Sprache, die die Zündung einer Explosion in einem Staubex-gefährdeten Bereich gar nicht erst zulassen sollten. Dazu gibt es verschiedene Herangehensweisen, die in Abhängigkeit des Betriebsmittels (elektrisch oder nicht-elektrisch) angewandt werden können. Häufig sind die gleichen Schutzarten auch für den Betrieb in Gasex-gefährdeten Bereichen einsetzbar.

Die erste Massnahme soll eine Zündquelle gar nicht erst entstehen lassen. Das wird durch das Layout des Systemteils erreicht, das das Erreichen einer Zündtemperatur von vornherein ausschließt. Bei elektrischen Systemen kann sich die Eigensicherheit anbieten, die aufgrund der auftretenden niedrigen Spannungen und kleinen Ströme keine ausreichende Zündenergie zur Verfügung stellen kann. Durch eine Zündquellenüberwachung (beispielsweise Temperaturmessung) wird verhindert, dass eine Zündquelle aktiv werden kann.

Weitere Zündschutzarten beruhen auf dem Einschluss der potentiellen Zündquelle, so dass kein Kontakt zur explosionsgefährdeten Umgebung entstehen kann. Das kann durch eine Überdruckkapselung passieren, die durch das Druckgefälle verhindert, dass die Aussenatmospäre zur Zündquelle durchdringt. Beim Schutz durch das Gehäuse wird eine staubdichte, bis 7 Joule schlagfeste Konstruktion verwandt. Bei der Flüssigkeitskapselung wird die potentielle Zündquelle in einer nichtbrennbaren Flüssigkeit eingetaucht, bei der Vergusskapselung vollständig mit einem nicht brennbaren Material überzogen. Die druckfeste Kapselung letztendlich verhindert, dass ein darin auftretendes Ereignis nach außen durchschlagen kann.

Bei nahezu allen Vorträgen wurde eifrig nachgefragt, so dass die Veranstaltung sich zu einem gewissen Dialog entwickelte. Diese Entwicklung soll beim nächsten Schüttgutforum am 12. und 13. November 2013 mit anderen Themenschwerpunkten fortgeführt werden.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 36398730)