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Schüttgutforum 2012: Der 2. Tag

Alles im Fluss – Lagerung und Austragung von Schüttgütern

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Bei acht von zehn Siloräumungen reicht das Reinigungsgerät ohne vorherige Bohrung, weil hier noch ein Restloch zur Verfügung steht. „Dies sind die Fälle, in denen der Silobetreiber frühzeitig reagiert hat“, so Marx. Die maximale Reinigungstiefe liegt bei 45 Meter, der pro Durchgang zu bearbeitende Durchmesser bei 15 Meter. Das hydraulische System hat einige Vorteile gegenüber pneumatischen Systemen: Keine Kontaminierung des Materials, stufenlose Regulierung der Drehzahl, keine sekundäre Stauberzeugung und die Drehrichtung lässt sich durch Umschalten ändern. Letzteres ist vor allem bei hartnäckigen Ablagerungen hilfreich. „Das wichtigste Argument ist allerdings die Sicherheit für das Personal“, so Marx, bevor er den Vortrag mit beindruckenden Beispielen beendete.

Schutz vor Explosionen

Eines ganz anderen Themas nahm sich Klaus Rabenstein von Herding Filtertechnik an – dem Thema Explosionsschutz. Dabei zeigte sich, dass selbst dröge Theorie spannend ist, wenn sie nur gut dargestellt ist. Tatsache ist, dass die Sicherheit hoch im Kurs steht, wenn mit brennbaren, im aufgewirbelten Zustand explosionsfähigen Stäuben umgegangen werden muss. Die Basis ist zunächst ein Explosionsschutzkonzept, welches dann in einem Explosionsschutzdokument dargestellt wird. Neben der Beschreibung der bestimmungsgemäßen Verwendung mit Verfahrens- und Tätigkeitsbeschreibung sind die Brenn- und Explosionskenngrößen des Staub/Luftgemisches anzuführen.

Dabei verwies Rabenstein auf das wichtige Gefahrendreieck aus brennbarem Staub, Sauerstoff und Zündquelle. Anschaulich erklärte er dabei, wann eine Gefahr besteht und wann nicht. Wie hoch ist der Kst-Wert, wo liegt die Mindestzündenergie und was ist der Maximale Explosionsüberdruck sind nur einige Stichworte, die beachtet werden müssen. Bei der anschließenden Gefährdungsbeurteilung sind sowohl Ex-Bereiche festzulegen als auch eine Zündgefahrenanalyse durchzuführen.

Primäre vorbeugende Schutzmaßnahmen liegen darin, einen oder mehrere Teilnehmer aus dem oben genannten Dreieck zu entfernen. Eine Möglichkeit liegt darin, den brennbaren Staub zu vermeiden, etwa durch eine Feststoffinertisierung, z.B mit CaCO3. Dies erhöht jedoch meist die Abfallmenge. Auch kann der Sauerstoff reduziert werden, etwa durch eine Stickstoffinertisierung. Der dritte Aspekt gilt der Vermeidung von Zündquellen, von denen es 13 gibt, darunter heiße Partikel, mechanisch erzeugte Funkten, statische Elektrizität, heiße Oberflächen, Selbstentzündung, etc. … Diese sind in der EN 1127 und der EN13463 näher ausgeführt. Welche Zündquelle vorliegt und ob diese wirksam sind, muss genau analysiert werden.

Erst dann wird über die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen diskutiert. Dies kann beispielsweise eine explosionsdruckstoßfeste Bauweise mit Einrichtungen zur Explosionsdruckentlastung (nur für Außenaufstellung, nicht bei toxischen Stäuben), Explosionsunterdrückung (Unterdrückung mit Pulver) und Explosionsvolumenbegrenzung sein.

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