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Schüttgutforum 2012: Der 2. Tag

Alles im Fluss – Lagerung und Austragung von Schüttgütern

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Aber auch die organisatorischen Maßnahmen gehören zu einem schlüssigen Konzept. Dies umfasst scheinbar einfache Regelungen wie ein Rauchverbot oder regelmäßige Reinigungen, damit erst gar kein Staub herumliegt. Weiter empfiehlt Rabenstein die regelmäßige Überprüfung der Erdungsmaßnahmen und ob Maschinen immer noch bestimmungsgemäß verwendet werden. Schulungen über das Zustandekommen von Explosionen sind ein weiterer Baustein. „Wenn Sie die unmittelbaren Auswirkungen erklären, verinnerlichen Mitarbeiter viel besser die aufgestellten Regeln“, so die Erfahrung von Rabenstein. Nicht zu vergessen ist die Dokumentation aller Maßnahmen. Erst dann entsteht ein Explosionsschutzkonzept, welches nicht nur Behörden überzeugt, sondern im Betrieb gelebt wird.

Explosionsschutz an Elevatoren – VDI 2263

Nachdem Elevatoren zuvor als effizientes Fördermittel vorgestellt worden waren, ging Roland Bunse von Rembe Safety Control auf einen besonderen Aspekt dieser Maschinengattung ein, der sich auf die Sicherheitsausstattung bezog. Die Gefährdung durch Elevatoren als Zündquelle ist ähnlich denen anderer Fördermittel. Zündquellen können hier entstehen durch heißgelaufene Lager, durch Schieflauf oder Schlupf des Gurtes, können aber in Form von Glutnestern auch mit dem Fördergut eingeschleppt werden. Aufgrund der im allgemeinen großen, mit einem Elevator beförderten Massen sind solche Glutnester nicht so ohne weiteres zu entdecken bzw zu löschen.

Elevatoren sind in einem eigenen, relativ großen Gehäuse untergebracht. Sie bedürfen eines separaten Schutzes, da sie keine von der Stange erhältlichen Systeme sind und der Ausfall meist die Komplettanlage lahmlegt. Bei Inneneinbau durchschneiden und verbinden die Elevatoren mehrere Stockwerke, die dann offen sind für Ereignisse aus dem Elevator heraus. Bunse zeigte einige sehr eindrucksvolle Bilder von Komplettzerstörungen mehrstöckiger Hallen, in denen ein Elevator eine Explosion weitergeleitet hatte.

Nun lassen sich Elevatoren nicht so einfach absperren wie eine Förderleitung. Auch vergrößern und verkleinern die umlaufenden Becher den Querschnitt des Förderergehäuses. Eine explosionsdruckfeste Ausführung kommt aufgrund des enormen Materialaufwandes nicht in Frage. Bleiben zwei Möglichkeiten, die auf unterschiedliche Becherwerkshöhen angewendet werden. Bei Elevatoren bis 30 Metern Höhe sind dies im allgemeinen großflächige Druckentlastungen, die im Abstand von bis zu sechs Metern voneinander installiert werden, und eine Beschädigung des Gehäuses verhindern.

Über 30 Meter Höhe wird ein anderes Konzept verwandt. Über den Umlenkrollen sind Funken- und Druckmelder eingebaut, die bei Erkennen einer Explosion Löschmittelsperren auslösen, die in Explosionsrichtung gesehen in entsprechendem Abstand hinter dem Druckmelder liegen und ein Ausbreiten der Flammenfront und somit der Explosion verhindern.

Detektions- und Entkoppelungsmassnahmen zum Explosionsschutz

In seinem Vortrag stellte Matthias Welsch von Fike Deutschland ein bei den Ex-Schutzmaßnahmen gern übersehenes Detail heraus: die Entkoppelung. Innerhalb einer Prozeßanlage sind im allgemeinen mehrere Elemente hintereinander geschaltet, beispielsweise Mühlen, Sichter, Mischer, Trockner und Filter. Aufgabe der Entkoppelung ist es nun, die einzelnen Anlagenteile bei Auftreten einer Explosion in zweirlei Hinsicht zu schützen. Zum ersten soll sie die Ausbreitung der Explosion unterbinden, zum zweiten auch die Entwicklung/Zündung einer weiteren (Sekundär-) Explosion in einem anderen Anlagenteil verhindern.

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