Conmoto-Studie 70 Milliarden Euro Verschwendung durch Instandhaltung

Redakteur: Jürgen Schreier

Unternehmen verschwenden Milliarden durch ineffizientes Instandhaltungsmanagement. Hochgerechnet auf die direkten Instandhaltungskosten in europäischen Produktionsstätten von über 450 Mrd. Euro ergibt sich ein Einsparungspotential von rund 70 Mrd. Euro pro Jahr, so eine Studie von Conmoto. Schlusslicht hierbei sei die Prozessindustrie.

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Instandhaltungsreife nach Industriebereichen und gesamt. (Bild: Conmoto)
Instandhaltungsreife nach Industriebereichen und gesamt. (Bild: Conmoto)

Betrachtet man von allen Anlagegütern in Europa nur das in Produktionsanlagen und Maschinen gebundene Betriebsvermögen, so ergibt sich für 2008 ein Wert von rund 9,7 Billionen Euro. Allein in Deutschland betrug der Anlagenwieder-beschaffungswert rund 1,9 Billionen Euro.

Rechnet man mit einer branchenübergreifenden Instandhaltungskostenrate von 4,8%, so summieren sich in den europäischen Produktionsstätten die direkten Instandhaltungskosten jährlich auf über 450 Mrd. Euro. Davon sind rund zwei Drittel, also 300 Mrd. Euro, durch gezielte Verbesserungsmaßnahmen beinflussbar.

In Deutschland werden jährlich 14 Mrd. Euro zuviel ausgegeben

Die Studie bestätigt, dass schnelle und nachhaltige Erfolge realisierbar sind. Eine der zentralen Wirtschaftlichkeitskennzahlen, die Instandhaltungskostenrate, wurde im Durchschnitt aller Umsetzungsprojekte um 23% gesenkt. Hochgerechnet auf die beinflussbaren direkten Instandhaltungskosten von jährlich 300 Mrd. Euro würde sich in Europa ein Einsparpotential von etw 70 Mrd. Euro ergeben.

Allein in Deutschland werden demnach jedes Jahr 14 Mrd. Euro zu viel für Instandhaltungsleistungen ausgegeben. Dabei sind die gleichzeitig drastisch reduzierten Produktionsausfallkosten noch nicht einmal berücksichtigt.

Schlusslicht ist die Prozessindustrie

Die Studie dokumentiert systematisch die Stärken und Schwächen im Instandhaltungsmanagement von 83 europäischen Unternehmen und Betriebsstätten. Der Untersuchungsumfang der Studie erstreckt sich auf die folgenden Industriebereiche:

  • Prozessindustrie (Chemie-, Stahl-, Pharma-, Lebensmittel-, Textilindustrie etc.) mit insgesamt 47 Betrieben bzw. 57 % der Gesamtheit;
  • Automotive und Maschinenbau (Automobil-, Automobilzulieferindustrie, Maschinenbau) mit insgesamt 19 Betrieben bzw. 23 % der Gesamtheit;
  • Sonstige Industrien (Halbleiterindustrie, Luftfahrtindustrie, Medizintechnik etc.) mit insgesamt 17 Betrieben bzw. 20 % der Gesamtheit.

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