Wie sehen die Prüf- und Kalibrierlaboratorien in die Zukunft? Laut des aktuellen Konjunkturbarometers vom deutschen Verband unabhängiger Prüflaboratorien bleibt die Stimmung in der Branche verhalten optimistisch. Wie sich die Auftrags- und Investitionslage im Detail verändert hat, und welche Bereiche sich als große Ausreißer zeigen, verrät dieser Beitrag.
Das VUP-Konjunkturbarometer fragt halbjährlich die Auftragslage in Kalibrier- und Prüflaboren ab. In diesem Beitrag sind die Ergebnisse von Mai 2024 zusammengefasst.
(Bild: KI-generiert mit ideogram.ai)
Zweimal im Jahr erhebt der deutsche Verband unabhängiger Prüflaboratorien (VUP) das Konjunkturbarometer und fragt dabei die aktuelle Stimmung im Laborsektor ab. Nachdem in der Umfrage vom November 2023 die Erwartungen deutlich gedämpft waren, hat sich die Situation nun etwas verbessert. In Bezug auf Investitionen und den Ausbau personeller Kapazitäten äußert sich die Laborbranche jedoch verhalten optimistisch, obwohl die wirtschaftliche Situation in Deutschland weiterhin von Unwägbarkeiten geprägt ist und unter anhaltend hohen Energie- und Rohstoffpreisen sowie unsicheren Lieferketten leidet.
Grundlegend für den dennoch positiven Trend in den Erwartungen der befragten Labore ist die aktuelle Auftrags- und Stimmungslage: Diese wird mit 0,2 (auf einer Skala von -2 bis +2) leicht verbessert zum Vorjahr (0,1) bewertet. In gleicher Weise steigen auch die Erwartungen für das zweite Halbjahr 2024 auf 0,4 im Vergleich zur Umfrage vor einem halben Jahr (0,3). Kritisiert wird jedoch die insgesamt eher stagnierende Vergabe von industriellen Aufträgen.
Auftragslage in den einzelnen Marktsegmenten mit einem Spitzenwert
Trotz der verhaltenen Aussichten ist die Gesamtstimmung positiv: Rund zwei Drittel der Teilnehmer geben an, leicht oder deutlich bessere Umsätze in den kommenden sechs Monaten zu erwarten. Ein Drittel der Teilnehmer sieht derzeit wie auch in den nächsten sechs Monaten keine konjunkturelle Veränderung (+/- 0) oder sogar Umsatzeinbußen. Für die einzelnen Marktsegmente ergibt sich im Detail folgende erwartete Auftragslage (auf der Skala von -2 bis +2, Änderung gegenüber der Umfrage vom November 2023 in Klammern):
Auftragslage nach Branchen mit einer Skala von -2 (sehr schlecht) bis +2 (sehr gut).
(Bild: VCS (Daten: VUP))
Diese Zahlen liegen überwiegend nahe an der Herbstprognose 2023. Lediglich der Bereich „Industrieanalytik“ wurde im Vergleich mit der Umfrage vom November vorigen Jahres deutlich schlechter bewertet. Insgesamt bleibt die Erwartungshaltung aber über alle Marktsegmente auf einem positiven Level (alle gemittelte Werte sind größer als Null). Besonders positiv wurde die Auftragslage von Laboren aus dem Sektor „Verbraucherschutz & Lebensmittelanalytik“ bewertet, deren Skalenwert von 0,2 auf 0,5 anstiegen ist und damit deutlich in der Umfrage hervorsticht.
Mehr Geld fürs Labor: Investitionsbereitschaft nimmt wieder zu
Während die erwartete Auftragslage abhängig vom jeweiligen Marktsegment sehr verschieden bewertet wird, zeigt sich bei der Investitionsbereitschaft in allen abgefragten Bereichen ein branchenübergreifend positives Bild. Zwar liegen die Investitionsvorhaben in Immobilien mit 0,1 und Werbung mit 0,2 (auf einer Skala von -2 bis +2) eher niedrig, dafür zeigt der Bereich Analysen- und Anlagentechnik mit 0,4, dass nun wieder verstärkt in den Stand der Technik investiert werden soll.
Spitzenreiter Digitalisierung: IT großer Ausreißer bei den Investitionen
Während sowohl die Auftragslage als auch die Investitionsbereitschaft eher verhalten positiv beurteilt werden, ist ein Faktor die große Ausnahme: der Bereich IT und Digitalisierung ist seit längerer Zeit Spitzenreiter und verbessert sich auf einen neuen Rekordwert von 0,6. Damit signalisieren die befragten Labore, wo der Schwerpunkt bei der Weiterentwicklung im Analytikbereich liegt. Die Laborbranche investiert gezielt in die Zukunftstechnologien und erreicht im Saldo über alle Bereiche den Wert von 0,3 für die Investitionsbereitschaft allgemein – besser als bei der Herbstumfrage 2023 (dort war die Investitionsbereitschaft insgesamt auf 0,1 gesunken) aber noch nicht wieder auf dem Niveau vom April des Vorjahres (0,4).
Fach- und Arbeitskräftemangel belastet die Prüflabore
Auch das Angebot an Fachkräften wird im Konjunkturbarometer abgefragt. Es bleibt mit -0,5 (auf einer Skala von -2 bis +2) auf gleichbleibend niedrigem Niveau, während der Bedarf an Personal erneut geringfügig zunimmt. So fällt die geplante Erweiterung personeller Ressourcen mit 0,3 höher aus als noch im zurückliegenden Herbst (0,2). Dies bestätigt die steigende Zuversicht der Laborbranche, Investitionen zu tätigen. Kritisch werden die in Deutschland im europäischen Vergleich sehr hohen Akkreditierungskosten gesehen, die einen zusätzlichen Kostenfaktor im Wettbewerb um Fachkräfte darstellen.
Das VUP-Konjunkturbarometer wird halbjährlich unter Prüf- und Kalibrierlaboratorien erhoben. Mehr dazu und zu den Ergebnissen der letzten Ausgaben des VUP-Konjunkturbarometers sind auf der Webseite des deutschen Verbandes unabhängiger Prüflaboratorien zu finden. Das vorige Konjunkturbarometer finden Sie hier:
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.