Wasserwiederverwendung
Zu schade für den Abfluss: Darum ist Water-Reuse der H2O-Trend der Stunde

Von Dominik Stephan 7 min Lesedauer

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Pharma, Chemie, Maschinenbau – nichts läuft ohne Wasser. 20 Prozent der weltweit entnommenen Frischwassermengen entfällt auf die Industrie. Da kommt der Einwegprozess aus Entnehmen, Verbrauchen und Einleiten zunehmend an seine Grenzen. Wie wäre es, wenn Wasser nicht mehr verbraucht, sondern im Kreislauf geführt werden könnte?

Abwasser? Nein, Nutzwasser! Mit Water Reuse – also Wasserwiederverwendung, nicht Abwasserbahendlung – wird die H2O-Kreislaufwrtschaft Wirklichkeit.(Bild: ©  Jag_cz, APchanel - stock.adobe.com)
Abwasser? Nein, Nutzwasser! Mit Water Reuse – also Wasserwiederverwendung, nicht Abwasserbahendlung – wird die H2O-Kreislaufwrtschaft Wirklichkeit.
(Bild: © Jag_cz, APchanel - stock.adobe.com)

Ohne Wasser läuft es nicht: Selbst wenn man es den fertigen Produkten nicht immer ansieht, kommt kaum eine Industrie ohne das kühle Nass aus. Auch die Pharmabranche nicht. Abseits der Produktion von Water-For-Injection dient Wasser als Kühl- und Spülmedium genau wie zum Ansetzen von Zellkulturlösungen. Und da kommt einiges zusammen: Wer etwa wie Pfizer im irischen Shanbally 5.500 Liter Bioreaktor-Kapazität betreibt, braucht dafür entsprechende Volumina Reinstwasser. Zu diesem Zweck nutzt das Unternehmen eine Pharmawasseranlage des Herstellers Veolia Water Technologies vom Typ Orion, die mithilfe von Enthärtung, Umkehrosmose (RO), kontinuierlicher Elektroden-Ionisation (EDI) und Ultrafiltration (UF) gereinigtes Wasser (PW) oder „kaltes“ Wasser für Injektionslösungen (WFI) bereitstellt.

Aber wo viel Wasser ist, ist auch viel Abwasser – und das geht nicht nur ins Geld, sondern macht sich auch im Nachhaltigkeitsreporting nicht gut. Doch was kann man dagegen tun? Verzichten ist keine Option. Vielleicht aber ließe sich aus der gleichen Menge Wasser mehr machen: So konnte zusammen mit Veolia Water Technologies ein zusätzliches Reverse-Osmose-System installiert werden, dass 75 Prozent des Abwassers zurückgewinnen kann. Bis zu 2.700 m3 können so pro Jahr eingespart werden, sind sich die Verantwortlichen sicher.