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Siemens Prozessleitsystem

Wie Siemens mit neuer Version seines Prozessleitsystems mehr Flexibilität in der Prozessautomatisierung schafft

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Chargenprozesse können nun mit Simatic Batch flexibler geplant werden. Die Rezepterstellung und die Modellierung des Equipments sind voneinander entkoppelt worden. Das erlaubt ein zentralisiertes Rezept-Lifecycle-Management und erleichtert den einheitlichen Einsatz von Rezepten in mehreren Anlagen. Die Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Wartung ist durch Überarbeitung der Maintenance Station zusammengerückt. Das zyklische Auslesen und Exportieren von Parametern schafft neue Möglichkeiten der Zustandsdatenerfassung und -auswertung in übergeordneten Enterprise Asset Management Systemen. Wartungsanforderungen für defekte Geräte werden vom Operator ausgelöst und vom Wartungsmechaniker nach Instandhaltung quittiert.

Damit die Administration und Verwaltung von installierten Hardware- und Softwarekomponenten vereinfacht wird, wurde die Simatic Management Console weiter ausgebaut. Über eine neu geschaffene Schnittstelle können bestimmte Daten der Anlagenkonfiguration auf Wunsch ausgeleitet und in der zentralen Service-Datenbank von Siemens hinterlegt werden. Mithilfe dieser Daten, z.B. Versions- oder Firmwarestände, kann der Siemens Customer Support bei Anfragen gezielt und schneller reagieren.

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Fazit: Mit dem Release der Version 9.0 von Simatic PCS 7 unterstreicht Siemens den Stellenwert, den die digitale Transformation für die Prozessindustrie hat und macht durch die Möglichkeit einer graduellen Umstellung den sicheren, planbaren und unkomplizierten Einstieg in die Digitalisierung einfacher denn je.

Nachgefragt bei Manuel Keldenich, Project Manager bei Siemens, zum Thema Geräteintegration und -tausch

Manuel Keldenich, Siemens
Manuel Keldenich, Siemens
(Bild: Siemens)

PROCESS: Herr Keldenich, welche Veränderungen werden sich im Betriebsalltag prozesstechnischer Anlagen hinsichtlich der Geräteintegration durch das neuartige Plug-and-Produce-Konzept ergeben?

Keldenich: Ich möchte die Stärken und Vorteile des Konzepts am Beispiel der Integration eines Profibus PA-Drucktransmitters mithilfe der Simatic CFU aufzeigen. Die Integration verläuft folgendermaßen: Der Transmitter wird werkzeuglos über die Push-in-Klemmen angeschlossen. Der ethernetbasierte Feldverteiler führt nun einen Initialisierungsvorgang aus, bei dem der Druckmessumformer automatisch adressiert wird. Anschließend überprüft die Simatic CFU selbstständig, ob das angeschlossene Feldgerät das im Engineering vordefinierte Kommunikationsprofil „Drucktransmitter“ unterstützt. Die Kommunikationsprofile sind durch Profibus & Profinet International standardisiert. Schon ist der Messumformer ins Leitsystem integriert und einsatzbereit. Im Vergleich zur manuellen Einbindung wird durch Plug-and-Produce der Vorgang von etwa 30 Minuten auf nur eine Minute verkürzt!

PROCESS: Profitiert der Anwender auch beim Gerätetausch?

Keldenich: Ja! Ein defektes Gerät kann einfach durch ein neues ersetzt werden – ohne Rücksicht auf einen neueren Herstellungsstand oder einen anderen Hersteller. Nach Anschluss des Austauschgeräts führt Simatic CFU die Adressierung und die auf Standardprofilen beruhende Integration automatisch durch. Auch wenn der Wechsel einer Glühbirne noch immer einfacher ist, Plug-and-Produce kommt dem schon sehr nahe.

* Der Autor ist Project Manager bei Siemens.

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