Digitalisierung in der Pharmabranche

Wie sich Anforderungen an Mitarbeiter verändern

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Da fehlt etwas

Schaut man sich die von den Führungskräften präferierten Kompetenzen genauer an, wird ein Dilemma der Pharmabranche deutlich: 68 % wollen erfahrene Experten. Für Absolventen mit frischem Wissen würden sich hingegen nur 25 % entscheiden. Auch wiegen Hardskills (55 %) schwerer als Softskills (38 %). Dies darf angesichts standardisierter Prozesse, hoher Qualitäts- und Sicherheitsstandards und strenger Compli­ance-Anforderungen nicht verwundern. Die Studie bringt es mit einem Satz auf den Punkt: „Pharmahersteller sind keine digitalen Start-ups.“ Doch nun steht die Branche vor der Frage, wie die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt mit den herkömmlichen prozessorientierten Qualifikationen und Arbeitsweisen bewältigt werden sollen?

Zentrale Kompetenzen sind für Führungskräfte dabei Eigenständigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Dies führen die Autoren darauf zurück, dass Mitarbeiter immer mehr Themen bearbeiten müssen, für die Wissen und Kreativität erforderlich sind und für die es meistens keine definierten Abläufe gibt.

Aufhorchen lassen in diesem Zusammenhang die Antworten auf die Frage nach Eigenschaften, die Führungskräfte aus der Pharma­industrie bei Bewerbern am meisten vermissen: Für 21 % der Führungskräfte fehlt den Bewerbern Eigenständigkeit und 20 % sehen keine Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Wenn man nicht der Mär einer technikaffinen, aber planlosen Generation Y aufsitzen will, muss man sich fragen, warum es manchen Branchen es besser gelingt, kreative Macher zu gewinnen als anderen. Warum bewerben sich junge Menschen, die eigenständig arbeiten und Verantwortung übernehmen wollen, nicht bevorzugt bei Pharmaunternehmen? Für die Autoren der Studie ist klar, die Pharmaindustrie steht hier vor einem strukturellen Wandel in der Arbeitsorganisation.

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