Laborumbau

Wie aus einer Pharmaproduktion ein Labor wird

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Alle Vorgaben erfüllt

„Die Kapazitätserweiterung erfolgte unter hohem Zeitdruck. Das erforderte eine komplexe und absolut exakte Planung aller Teilprojekte, denn die termingerechte Versorgung der klinischen Prüfungen mit GMP-Material ist indiskutabel“, nennt Dr. Josef Burg, Leiter Pharma Biotechnologische Entwicklung in Penzberg als wichtigste Vorgaben. „Alle Ausführungen und Inbetriebnahmen wurden nach dem Prinzip ,right first time' erfüllt. Das war schon eine bemerkenswerte Leistung aller Beteiligten.“ Für Burg lag die Grundlage des Projekterfolges in der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Planungsteam und dem großen persönlichen Einsatz aller Beteiligten.

Großraumlabore auf drei Etagen

Ein Projektschwerpunkt bei der baulichen Veränderung bestand in der Veränderung der Geschosse. Mit einer Geschosshöhe von etwa 6,30 Meter und ohne Stützen wurden nun auf drei Etagen Großraumlabore geschaffen. Um die hohen Räume flächeneffizient zu nutzen, wurden Zwischenebenen in Form von Galerien eingezogen. Diese schafften den notwendigen Platz innerhalb des bestehenden Gebäudes. Die auch optisch ansprechenden Galerieebenen, von denen die Großraumlabore als Ganzes eingesehen werden können, überspannen nur etwa ein Drittel des Raumes und erzeugen so eine luftige, offene Atmos- phäre. Unter und auf den Galerien sind Lager, Spülküchen, Geräteräume, Kühlräume und nicht ständige Laborarbeitsplätze entstanden.

Den Hauptteil der jeweiligen Geschosse nehmen die Großraumlabore ein. Labore in dieser Form und Größe wurden erstmals im Werk Penzberg als ganzheitlich erarbeitete Speziallösung realisiert. Auf 900 Quadratmetern Nutzfläche pro Geschoss gelang es, hochwertige und perfekt funktionierende Laborarbeitsplätze für jeweils rund 30 Labormitarbeiter zu schaffen, um im Labormaßstab die Verfahren zur Kultivierung von Zelllinien und deren Fermentation für die Produktion von Antikörpern und anderen hochmolekularen Wirkstoffen zu entwickeln.

Daneben läuft hier die Entwicklung der Aufreinigungsverfahren, die später genau wie die Fermentationsverfahren an die kommerzielle Produktion transferiert werden. Die Analytikeinheit ist im obersten Geschoss untergebracht. Sie entwickelt und validiert analytische Methoden, die bei der begleitenden Prozesskontrolle der Produktionsverfahren und bei der Freigabe von Wirkstoffchargen für klinische Studien angewandt werden.

Die Bedenken der Mitarbeiter, aufgrund des Großraumlabors unter einem erhöhten Lärmpegel zu leiden, nahm das Planungsteam von Anfang an ernst und beschäftigte sich intensiv mit der Lösung dieser Heraus- forderung. Zur Schaffung einer optimalen Akustik für eine konzentrierte, stressreduzierte Arbeitsweise wurden mithilfe von Glastrennwänden zwischen den Auswertungs- und Laborarbeitsplätzen so genannte Arbeitssuiten geschaffen.

Eine Arbeitssuite ist für etwa fünf bis sechs Mitarbeitende vorgesehen. In einem modularen Aufbau wurden in einem regelmäßigen Raste insgesamt sieben solcher Suiten verwirklicht. Neben dieser raumstrukturierenden Innenarchitektur tragen hochwertige schall-reduzierende Akustikdecken zu einer bestmöglichen Minimierung des Geräuschpegels bei.

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