Sinnvoll nutzen statt entsorgen
Wertvolle Braurückstände – Was am Ende neben Bier übrig bleibt

Von Dr. Ilka Ottleben 4 min Lesedauer

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Braurückstände enthalten viele wertvolle Komponenten – die derzeit jedoch noch kaum genutzt werden. Ein interdisziplinäres Projekt will dies nun ändern und sie einer sinnvollen Verwertung zuführen. Das Gespräch führte LP-Chefredakteur Marc Platthaus.

Mit über 100 Litern Pro-Kopf-Verbrauch ist Bier das mit Abstand am meisten konsumierte alkoholische Getränk in Deutschland(Bild:  gemeinfrei)
Mit über 100 Litern Pro-Kopf-Verbrauch ist Bier das mit Abstand am meisten konsumierte alkoholische Getränk in Deutschland
(Bild: gemeinfrei)

LP: Mit über 100 Litern Pro-Kopf-Verbrauch ist Bier das mit Abstand am meisten konsumierte alkoholische Getränk in Deutschland. Beim Brauen des Gerstensaftes fallen allerdings auch viele Rückstände an. Was passiert damit?

Prof. Dr. Werner R. Thiel: Beim Bierbrauen entstehen aus dem Zucker, der im Malz vorhanden ist, mithilfe der Brauhefe Alkohol und Kohlendioxid. Die Hefezellen ernähren sich vom Zucker und können sich so vermehren. Am Ende des Brauvorganges bleiben nach der Filtration des Bieres als Rückstand die Hefezellen übrig und alles, was über das Malz in den Sud gerät, aber nicht wasserlöslich ist. Alles andere kommt in’s Bier. Europaweit fallen über 400.000 t Brauereirückstände pro Jahr an, man nennt das auch Treber. Das ist ein ziemlich komplex aufgebautes Gemisch, in dem natürlich die Hefezellen und deren Inhaltsstoffe dominieren, in dem man z.B. aber auch die Fettanteile des Malzes also des Gerstenkorns findet. Das Problem ist, dass diese Rückstände auch eine sehr gute Nahrungsgrundlage für Mikroorganismen sind, d.h. sie beginnen relativ rasch zu vergammeln, man muss sie schnell loswerden. Bislang wurde im Wesentlichen versucht, diese Rückstände als Viehfutter zu verwenden.