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Es wird daraus ersichtlich, dass bis zur Höhe des Vorspanndruckes des Spannkorbes (6 bar) das Filtermaterial seine Struktur, seine Dicke und somit seine Porengröße nicht ändert, auch nicht bei veränderlichen Differenzdrücken. Zusammen mit der natürlichen Steifigkeit eines gesinterten Metallfaservlieses ergibt sich daraus eine extrem rigide Struktur.
Verweilzeit von Gelpartikeln im Filter
Eine jüngst in mehreren Referenzeinsätzen erlangte Erkenntnis ist der Einfluss der Verweildauer des Partikels in der Pore auf die Filtrationsgüte von Gelen. Ähnlich einem Ei, das nach einer Verweilzeit von 200 Sekunden unter gleichbleibendem Vakuum (Differenzdruck) durch einen Flaschenhals schlüpft (Abbildung 5), wird sich ein Gelpartikel nach einer längeren Verweilzeit im Filtermedium in seiner Form verändern und durch dessen Poren hindurchschlüpfen. Je weicher das Gelpartikel, desto stärker kommt dieser Effekt zu tragen.
Die Filter der Serie AKF und RKF besitzen einen patentierten Rückspülmechanismus, bei dem die Metallfaservliese vollautomatisch von Gelpartikeln befreit werden. Dies kann, falls erforderlich, zyklisch alle 30 Sekunden durchgeführt werden. Damit bleibt dem Gelpartikel nicht genug Zeit, um durch die Pore hindurch gedrückt zu werden. Die Filtration bleibt während der partiell wirksamen Rückspülung aufrecht.
Einige jüngere Beispiele insbesondere in der Filtration von Zelluloseacetat für die TFT-Folienproduktion, einer sehr anspruchsvollen Filtrationsaufgabe, haben gezeigt, dass sich die Folienqualität durch Erhöhung der Rückspülhäufigkeit deutlich verbessert hatte – und das, obwohl noch keinerlei Anstieg im Differenzdruck auf eine Filtermaterialbelegung hingedeutet hätte. Geeignete Verfahren zur Aufarbeitung des rückgespülten Prozessmediums („Reject“) stehen für die unterschiedlichsten Filtrationsmedien zur Verfügung.
St. Strasser ist Produktmanager und K. Brandt Projektleiter der Lenzing Technik GmbH, Lenzing/Österreich.
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