Chemie-Mittelstand

Was hält den Chemie-Mittelstand in Deutschland?

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Das Thema TTIP darf nicht fehlen

Auch das immer noch nicht angeschlossene Freihandelsabkommen brennt dem Chemie-Mittelstand auf den Nägeln. Follmann hofft, dass sich dadurch Standards harminosieren, die ihm und seinen Kollegen bislang bei Audits ausländischer Auftraggeber das Leben schwer machen. Auch Zollschranken auf dringend benötigte Rohstoffe, die es nur im Ausland gäbe, könnten durch TTIP fallen.

14 Bewertungsfaktoren

Für die Studie haben die befragten Chemieunternehmen die Standortqualität in Deutschland anhand von 14 Faktoren bewertet. Demnach sind das „Innovationsklima“, die „Infrastruktur“, die „Verfügbarkeit von Fachkräften“ und die „Rechtssicherheit“ Rahmenbedingungen, mit denen Deutschland international punkten kann – aber nicht mehr uneingeschränkt.

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Das „Innovationsklima“ habe sich seit 2009 verschlechtert. Die Qualität der „Infrastruktur“ sehen die Unternehmen als zukünftig gefährdet an und fordern, die Zuverlässigkeit in diesem Bereich zu erhalten. Außerdem sei es für die Betriebe in den vergangenen fünf Jahren deutlich schwieriger geworden, ihren Fachkräftebedarf zu decken. Mit Blick auf die „Rechts- und Planungssicherheit“ falle es den Unternehmen zunehmend schwer, sich auf die ständigen Änderungen einzustellen.

Wettbewerb steigern, aber wie?

Die Studie kommt jedoch auch zu dem Ergebnis, dass die mittelständischen Chemieunternehmen am Standort Deutschland festhalten wollen. Sie ergreifen verschiedene Maßnahmen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Hierzu sagte Präsidiumsmitglied Follmann: „Das heißt für die Unternehmen vor allem: Spezialisierung und Kundenorientierung vorantreiben, Forschung und Entwicklung ausbauen, Effizienz und Produktivität verbessern und Internationalisierung verstärken.“

Dieses Paket allein werde jedoch nicht ausreichen, um auch in Zukunft erfolgreich im globalen Wettbewerb zu bestehen. Industriepolitisch bestehe daher dringender Handlungsbedarf durch die Bundesregierung für bessere Rahmenbedingungen.

Eben-Worlée und Follmann nannten hier vier Bereiche, in denen gehandelt werden müsse: eine zügige Deckelung der staatlich verursachten Energiekosten im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und die Schaffung von Rechtssicherheit bei der Erbschaftsteuer ohne rückwirkende Regulierung.

Außerdem die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung für Unternehmen aller Größenklassen, wie sie die meisten EU- und OECD-Staaten bereits haben.

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