Chemiepark-Management Warum Industrie- und Chemieparks ökonomisch und ökologisch sinnvoll sind
Die Wirtschaftskraft wird verbessert, Emissionen und Abfälle werden reduziert und die Ressourcenproduktivität gesteigert: Ökoparks wie der vom Energieunternehmen Nuon betriebene Industriepark Oberbruch und der zur Preiss-Daimler-Gruppe gehörende Chemiepark Bitterfeld-Wolfen spielen ihre ökonomischen und ökologischen Vorteile aus. Mit welchen Methoden, erfahren Sie hier.
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Heinsberg – Noch vor 20 Jahren war Umweltschutz vorwiegend auf End-of-Pipe-Technologien gerichtet, also additive Umweltschutzmaßnahmen, die nicht den Produktionsprozess selbst verändern. Heute zielt Umweltschutz dagegen schwerpunktmäßig auf emissionsarme Produktionsverfahren, eine innerbetriebliche Abfallvermeidung durch integrierte Umweltschutztechnologien bzw. auf ein innerbetriebliches Recycling. Hier können Industrie- und Chemieparks punkten.
Durch Synergieeffekte Umweltbelastung senken
Zu den wesentlichen Gestaltungsprinzipien gehören die Nutzung bereits vorhandener Infrastruktur und die konsequente Analyse und Ausnutzung von Synergieeffekten. Betriebe, die einen hohen Ressourcenverbrauch sowie einen hohen Emissionsausstoß aufweisen, brauchen zur Reduzierung der Umweltbelastungen eine spezielle Infrastruktur, deren Beschaffung und Unterhaltung teuer ist. Über eine gemeinsame Infrastruktur kann der Energie- und Wasserverbrauch so koordiniert werden, dass eine effektivere Nutzung der Ressourcen gewährleistet ist.
Vorteile in der Energieversorgung
Bei der Energieversorgung lautet die Devise, die eingesetzten Primärenergien möglichst gut auszunutzen. Bei den fossilen Energieträgern ist dies vor allem durch den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungen machbar. Der Vorteil von KWK macht sich insbesondere bei hohem und konstantem Wärmebedarf bemerkbar. Überschüssiger Dampf, der bei Bedarf auch in Kälte umgewandelt werden kann, wird an manchen Standorten in das lokale Fernwärmenetz eingespeist oder an andere Industrieunternehmen außerhalb des Industrieparks weiterverteilt. Ein weiteres Beispiel für effiziente Energieerzeugung sind Multi-Fuel-Kraftwerke, in denen durch Biomasse, Erdgas und Kohlevergasung Energie erzeugt wird. Verbrennungsanlagen für Sonderabfall verbrennen gasförmige Abfälle und führen die dabei erzeugte Energie und Wärme wieder in den Produktionskreislauf ein. Der Gesamtverbrauch an Energie durch die Einzelbedarfe der Betriebe wird so zusammengesetzt, dass eine möglichst optimale Nutzung der jeweiligen Energieversorgung gewährleistet ist.
Emissionsarme Produktionsverfahren mit End-of-Pipe-Maßnahmen kombinieren
Integrierter Umweltschutz bedeutet auch, Ressourcen möglichst verschwendungsfrei zu nutzen – beispielsweise durch die Nutzung von bereits gebrauchtem Wasser anstelle von Frischwasser. Die Einzelemissionen der Mitgliedsunternehmen sollten erst dann den Industriepark verlassen, wenn sie von keinem Mitglied mehr verwendet werden können. Trotz der vorrangig angestrebten Vermeidung von Ressourcenverbrauch und Schadstoffemissionen werden in einem Industriepark zusätzlich nachgeschaltete Maßnahmen ergriffen, um Schadstoffströme in ihrer Menge und/oder ihrem Gefährdungspotenzial zu reduzieren. Beim Abwasser wird deutlich, dass ohne eine Reinigungsanlage keine wirksame Reduktion der Umweltbelastung möglich ist. Die Einleitung biologisch schwer behandlungsfähiger Industrieabwässer führt in kommunalen Kläranlagen häufig zu Problemen, da sie für leicht abbaubare Substanzen ausgelegt sind. Deshalb werden industrielle Abwässer häufig vor der Einleitung in die öffentliche Kanalisation verdünnt, was die Schadstoffkonzentration zwar herabsetzt, nicht aber die absoluten Schadstoffmengen.
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