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Für wirklich schwere Fälle
Richtig interessant wird es für Pumpenentwickler Kastrup jedoch bei Einsätzen außerhalb des Standardbereichs. So deckt die Hochtemperaturvariante HT Anwendungen bis 400 °C ab. Für diese extremen Bedingungen ist eine spezielle Konstruktion nötig, bei der Motor- und Hydraulikraum getrennt wurden. Ein Hilfslaufrad kühlt das Medium im Rotorraum über einen Wärmetauscher. Hintergrund ist, dass bei normalen Bedingungen am höchsten Druck im Pumpenraum das Medium in den Motorraum eingeleitet wird und ein Teilstrom das pumpenseitige Lager schmiert.
Ein weiterer Teilstrom fließt zwischen Rotor und Spaltrohr, nimmt dort die Wärme ab, fließt durch das hintere Lager und durch die Hohlwelle wieder zurück. Dafür müssen konsequenterweise die beiden Räume (Pumpen- und Rotorraum) verbunden sein. Diese Konstruktion kommt für Medien mit hohen Temperaturen, oder die Partikel enthalten, die nicht in den Rotorraum gelangen dürfen, nicht mehr in Frage. Daher wurden bei dieser Variante die Räume voneinander getrennt.
Für besonders leicht verdampfende Medien, wie Ammoniak oder leichte Kohlenwasserstoffe, steht eine weitere Variante mit der Bezeichnung HP zur Verfügung. Bei diesen Medien entscheiden bereits wenige Grad, ob ein Medium verdampft. Daher wird bei dieser Variante der Druck im Rotorraum auf dem hohen Niveau der Druckerhöhung durch die Haupthydraulik gehalten. Für die Zirkulation des Kühl- und Schmierstroms im Rotorraum kommt eine integrierte Hilfshydraulik zum Einsatz. Auf diese Weise wird eine Verdampfung des Mediums im Rotorraum und in den Gleitlagern sicher vermieden.
Auch bei der vierten, für feststoffbeladene Medien entwickelten Variante HS wurde diese Konstruktion gewählt. „Üblicherweise ist das Spaltrohr zwischen Rotor und Stator relativ dünn, um Energieverluste zu reduzieren“, erklärt Kastrup. „In feststoffbeladenen Medien könnten diese Partikel das Blech durchscheuern und in den Statorraum gelangen.“ Bei der Ausführung HS geht es um Anwendungen mit ferritischen Bestandteilen im Medium, die sich im magnetischen Feld des Motors anreichern würden und dann zum Verschleiß im Motor führen. Auch Flüssigkeiten, die Ablagerungen bilden oder sehr schnell zur Polymerisation führen, sind mögliche Anwendungen. Daher hat KSB ein besonderes Dichtungskonzept entwickelt und die Führung der Kühlflüssigkeiten so gestaltet, dass sowohl eine sichere, aber auch eine energieoptimierte Durchströmung möglich ist.
Das Arbeitstier in der Pumpe
Neben der Hydraulik ist natürlich auch der Motor für die Zuverlässigkeit und die Energieeffizienz entscheidend. Auch in dieser Hinsicht bleibt der Anwender flexibel. So ist die neue Ecochem Non-Seal mit Motorgrößen von 1,2 bis 75 kW erhältlich, ebenso ist eine Drehzahlregelung möglich. Auch in puncto Sicherheit gibt es keine Kompromisse.
Der Anwender kann zwischen mehreren Überwachungsmöglichkeiten wählen, entweder eine Überwachung des Motors mit einem Überstromrelais in Kombination einer Temperaturüberwachung des Rotorraums, einer Überwachung des Motors und des Rotorraums nur mit PTCs oder einer Kombination von PTCs im Motor und einer Temperaturüberwachung des Rotorraums. Weiter können folgende Betriebsbedingungen direkt kontrolliert werden: Schweranlauf, hohe Schalthäufigkeit, Zweiphasenlauf, hohe Umgebungstemperatur, unzureichende Kühlung oder Zusatzerwärmung durch Frequenzumformer.
Hundertprozentige Zuverlässigkeit ist das A und O von Spaltrohrmotorpumpen. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Gleitlager. Mehr auf der nächsten Seite ...
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