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14. Pumpen-Forum 2016

Warum auch smarte Pumpen Planer und Bediener mit Know-how brauchen

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Firmen zum Thema

Wie sauber ist sauber?

Manfred Thamm (Bayer) hat in der Pharmaindustrie mit zusätzlichen Herausforderungen zu kämpfen: Um bei der Produktion von Arzneimitteln valide Herstellungsverfahren zu gewährleisten, wird höchster Wert auf die hygienegerechte Gestaltung und Reinigbarkeit von Anlagen und Apparaten gelegt.

Impressionen von der Abendveranstaltung der Förderprozess-Foren 2016:

Abendveranstaltung der Förderprozess Foren 2016

Bildergalerie mit 49 Bildern

Das gilt selbstverständlich auch für das Design der Pumpen, wobei die richtige Auswahl der Werkstoffe, die Einbaulage der Pumpen und nicht zuletzt die Erfordernisse der Anlage in ihren Förder- und Leistungsdaten äußerst wichtig sind. Hygienic Design für Pumpen bedeutet: Toträume vermeiden, Schattenbereiche umspülen, innere Radien sollten größer als drei Millimeter sein, Schrauben sind generell zu vermeiden.

Ein häufiges Missverständnis: „Ist eine Pumpe als CIP- und SIP-fähig deklariert, bedeutet das nicht, dass sie bei einer Reinigungsaktion im CIP-Prinzip sauber wird, sondern lediglich, dass die Pumpe ohne Zerlegung und Ausbau innerhalb der Anlage mitgereinigt werden kann!“ Das Reinigungsergebnis sei zu prüfen.

Event-Tipp der Redaktion Das 15. Pumpen-Forum findet auch 2017 wieder im Rahmen der Förderprozessforen statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Eventseite. Unsere Bildergalerie zur letztjährigen Veranstaltung zeigt die Referenten des 14. Pumpen-Forums mit ihren Themenschwerpunkten.

Für Thamm ist eindeutig: „Pumpen, die vorzeitig ausfallen, sind nicht richtig gewählt, nicht richtig repariert, nicht richtig montiert, werden nicht bestimmungsgemäß betrieben.“ Sehr wichtig sei, die Pumpe vor dem Anfahren mit Flüssigkeit zu füllen und gut zu entlüften. Auch die meisten so genannten selbstansaugenden Pumpen müssen mit Flüssigkeit gefüllt sein.

Bereits bei der Montage können die ersten Fehler gemacht werden, die bei der Inbetriebnahme zum Ausfall führen:

  • Rohrleitungen werden verspannt an die Pumpe angeschlossen, so dass sich das Gehäuse verzieht und Lagerspiele nicht mehr stimmen.
  • Pumpe und Motor werden schlecht ausgerichtet.
  • Schweißperlen, Sand, Rückstände etc. wurden nicht aus den Rohrleitungen entfernt und Anfahrsiebe fehlen. Sind Anfahrsiebe vorhanden, werden sie nicht gereinigt (führt zu Kavitation oder Trockenlauf).

Auch jedes Anfahren einer Pumpe ist ein kritischer Zustand:

  • Kreiselpumpen müssen gegen druckseitiges Ventil angefahren werden.
  • Seitenkanalpumpen und Verdrängerpumpen müssen dagegen mit geöffnetem druckseitigem Ventil angefahren werden.
  • Kreiselpumpen auf keinen Fall saugseitig regeln.
  • Es ist sicherzustellen, dass die Pumpe innerhalb ihrer Grenzen betrieben wird. Das heißt: Durchfluss- und Druckmesseinrichtungen beachten; Überwachungseinrichtungen nicht überbrücken.

Thamm: „Die meisten Ausfälle während des Betriebes werden durch Veränderungen des Fördermediums oder durch Veränderung der Verfahrensweise verursacht.“ Sein Plädoyer: Das Produktionspersonal muss über Grundkenntnisse zur Funktionsweise der Pumpen verfügen! „Sie sollten wissen, was zu Schäden führt!“

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