Stabile Umsätze bei Chemie Wacker sieht sich trotz Marktturbulenzen auf Kurs

Quelle: Wacker 3 min Lesedauer

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Der Chemiekonzern Wacker hat im vergangenen Jahr mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen gehabt. Während das Geschäft mit Polysilicium unter Druck geriet, konnten die Chemiebereiche stabile Umsätze halten. Für die Zukunft setzt das Unternehmen auf Effizienzsteigerungen, innovative Spezialprodukte und Wachstum in zentralen Märkten.

Wacker Chemie hat im Geschäftsjahr 2024 aufgrund des anhaltend schwachen Marktumfelds bei Umsatz und Ergebnis niedrigere Werte als im Vorjahr erzielt.(Bild:  Steffen Wirtgen/ Wacker Chemie)
Wacker Chemie hat im Geschäftsjahr 2024 aufgrund des anhaltend schwachen Marktumfelds bei Umsatz und Ergebnis niedrigere Werte als im Vorjahr erzielt.
(Bild: Steffen Wirtgen/ Wacker Chemie)

Die bayerische Chemiekonzern Wacker hat im Geschäftsjahr 2024 aufgrund des anhaltend schwachen Marktumfelds bei Umsatz und Ergebnis niedrigere Werte als im Vorjahr erzielt. Der Gesamtumsatz des Unternehmens belief sich auf 5,72 Milliarden Euro. Das sind 11 % weniger als im Jahr 2023 (6,40 Milliarden Euro). Ausschlaggebend hierfür waren vor allem niedrigere Preise und deutlich geringere Absatzmengen im Bereich Polysilicium. Die Chemiebereiche erzielten dagegen trotz Gegenwind Umsätze auf Vorjahresniveau.

„Das Jahr 2024 war für die gesamte Chemieindustrie herausfordernd. In vielen Abnehmerbranchen war die Nachfrage schwach. Insbesondere in der Bau- und Automobilindustrie haben viele Kunden ihre Produktion gedrosselt. In diesem schwachen Marktumfeld hat sich Wacker gut geschlagen“, sagte Vorstandschef Christian Hartel am 12. März 2025 in München. „Trotz Gegenwind erzielten unsere Chemiebereiche Umsätze auf Vorjahresniveau; im Ergebnis lagen die Bereiche in Summe sogar über dem Vorjahreswert. Die Biotechnologiesparte konnte sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr steigern“, so Hartel weiter. „Einzig im Bereich Polysilicon gab es Licht und Schatten. Unser Geschäft mit Solarsilicium ist vor allem aufgrund bestehender Überkapazitäten in China zurückgegangen. Hier haben zudem Diskussionen um Anti-Dumping-Zölle der USA gegen Solarprodukt-Importe aus Südost-Asien zu erheblichen Verunsicherungen in den Märkten geführt. Unser Geschäft mit hochreinem Polysilicium für Halbleiteranwendungen hat sich dagegen sehr gut entwickelt. Hier sind wir globaler Marktführer und bauen sowohl unsere Fähigkeiten als auch unsere Kapazitäten weiter aus.“

Mit Blick auf die Erwartungen für das laufende Jahr erläuterte Hartel: „Das Marktumfeld bleibt herausfordernd. Die schwache Konjunktur prägt weiterhin das Bestellverhalten vieler Kunden, so herrscht zum Beispiel in der Bauindustrie weiter Zurückhaltung. Die Nachfrage nach unseren Siliconen, vor allem im Spezialitätenbereich, wie auch das Geschäft mit Halbleiterpolysilicium entwickelt sich dagegen weiterhin sehr gut. Hier gehen wir von steigenden Mengen im laufenden Jahr aus.“

Der Umsatz in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres lag etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Auch im 1. Quartal wird Wacker voraussichtlich einen Konzernumsatz auf Vorjahresniveau erwirtschaften (Q1 2024: 1,5 Milliarden Euro), während unser Polysiliciumgeschäft unter Vorjahr liegen wird. Beim Ebitda geht das Unternehmen für das 1. Quartal von einem Wert von um 135 Millionen Euro (Q1 2024: 172 Millionen Euro) aus.

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern damit, dass das Geschäft trotz des weiterhin herausfordernden Umfelds in allen Regionen wachsen wird. Der Umsatz soll in der Bandbreite von 6,1 bis 6,4 Milliarden Euro liegen. Das Ebitda wird bei 700 bis 900 Millionen Euro erwartet. Dabei geht das Unternehmen von leicht niedrigeren Absatzpreisen und deutlich steigenden Absatzmengen aus.

Mit Blick auf das weiterhin schwache Marktumfeld stehen Kostendisziplin und Effizienzsteigerungen weiterhin im Fokus, so Hartel. „Wir treiben eine Reihe von Projekten voran, um gezielt Strukturen zu verschlanken und Prozesse zu optimieren. Dabei helfen uns Initiativen zur Digitalisierung und Automatisierung“, erläuterte der Vorstandschef.

Was die mittel- und langfristige Entwicklung des Unternehmens angeht, ist Hartel weiterhin optimistisch. „Unsere Strategie haben wir bestätigt. Wir sind finanziell stark aufgestellt und profitieren von globalen Megatrends. Ob erneuerbare Energien, nachhaltiges Bauen, Elektromobilität oder Digitalisierung: Diese Trends werden unser Geschäft weitertreiben.“ Der Fokus liege dabei zukünftig stärker auf Margenverbesserung als auf Volumenwachstum. „Konkret bedeutet das, dass wir verstärkt unsere Effizienz in den Blick nehmen und den Ausbau unseres Spezialitätengeschäfts vorantreiben. Mit Spezialitätengeschäft meinen wir Produkte und Lösungen, die unseren Kunden aufgrund herausragender Eigenschaften einen klaren Mehrwert bieten. Sie werden in der Regel kundenspezifisch entwickelt, haben eine höhere Wertschöpfungstiefe und erzielen höhere Margen“, so Hartel.

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