Explosionsschutz – Kernthema der Prozessindustrie

Vorsicht: Explosiv! Ex-Zonen, Eigensicherheit, Zündschutzarten – Was Sie wissen sollten

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Verifikation der Eigensicherheit

Bei der Zündschutzart „Eigensicherheit“ gibt es einen weiteren wesentlichen Aspekt, der zu berücksichtigen ist: die Sicherheitstechnischen Daten; sie existieren für eigensichere Betriebsmittel und zugehörige Betriebsmittel. Die Angaben zu Ui, Ii, Pi, Ci und Li geben Auskunft über die maximalen Werte, die ein Gerät eingangsseitig verkraftet, ohne dass die Schutzfunktion des eigensicheren Stromkreises aufgehoben wird. Die Angaben zu Uo, Io, Po , Co und Lo geben die maximalen Ausgangswerte eines Betriebsmittels wieder.

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Der Vergleich dient dazu, sicherzustellen, dass keine nennenswerten Zündfunken entstehen und dass sich die Oberfläche des eigensicheren Betriebsmittels nicht stärker erwärmt, als es für den zugelassenen Einsatz vertretbar wäre. Die Werte müssen miteinander verglichen werden. Dabei gilt die Bedingung, die in der Abbildung „Eigensicherheit und Verifikation“ (siehe Bildergalerie) dargestellt ist. Diesen Vergleich nennt man „Verifikation der Eigensicherheit“. Er muss wie alle anderen Unterlagen im Explosionsschutzdokument hinterlegt werden.

Eine Besonderheit bei diesem Vergleich ist die Rechnung mit reduzierten Kapazitäten und Induktivitäten. Sie kann vereinfacht durchgeführt werden. Ein Berechnungstool zur Verifikation der Eigensicherheit stellt Wago auf Nachfrage kostenlos zur Verfügung. Die Berechnung kann abgespeichert oder als Ausdruck bequem dem Explosionsschutzdokument beigefügt werden. Wichtig ist, den eigensicheren Stromkreis zu kennzeichnen. Beispielsweise mittels einer Beschriftung aller am eigensicheren Stromkreis beteiligten Komponenten und Geräte. Wird dazu eine farbliche Kennzeichnung gewählt, schreibt die Norm dafür hellblau vor.

Zwei Zündschutzarten

Viele Geräte, besonders sogenannte zugehörige elektrische Betriebsmittel, die normalerweise außerhalb des Ex-Bereiches installiert werden müssen, haben häufig eine weitere Zulassung für die Installation in Zone 2. Die Kennzeichnungen sehen dann folgendermaßen aus:

EX II 3 G Ex nA IIC T4 Gc: Beispielkennzeichnung für die Installation in Zone 2

EX II (1) G [Ex ia Ga] IIC: Beispielkennzeichnung für die Eigensicherheit, die bedeutet, das Gerät darf mit einem eigensicheren Sensor oder Aktor im Ex-Bereich verbunden werden, sofern die „Verifikation der Eigensicherheit“ dies zulässt.

Was fordert die neue Atex-Richtlinie? Das erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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