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Raffinerie-Stillstand in der Praxis

Von Null auf Hundert: So gelingt der Anlagenstillstand

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Und das bei einem Projekt von riesigen Ausmaßen: Insgesamt waren 460 Voith-Mitarbeiter im Einsatz. Tausende Flanschverbindungen wurden geprüft und hunderte Steckscheiben gesetzt. Kam es zu Korrosion? Sind Teile beschädigt? Müssen bestimmte Teile für eine Reparatur beim nächsten Turnaround vorgemerkt werden?

Damit all diese Prozesse reibungslos ablaufen, war die gemeinsame Planung von Voith und dem Raffineriebetreiber entscheidend: „Wir bilden die Strukturen unseres Kunden in unserer Baustellenorganisation möglichst genau ab und versuchen, Schnittstellen gering zu halten“, meint Lindner. So klärte er mit seinem 70-köpfigen Führungsteam vorab, wie die Transportwege im Werk verlaufen, wann welche Kräne wo gebraucht werden, koordinierte Waschplätze und stimmte die Arbeit der Teams aufeinander ab.

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Dabei kennt Lindner die Abläufe bis ins Detail: Seinen ersten Stillstand erlebte er 1990 in Antwerpen, seitdem hat er über 100 Turnarounds mitgestaltet. „Es ist ein gutes Gefühl, in einem verlässlichen Team zu arbeiten, das in über 20 Jahren mit mir mitgewachsen ist“, so Lindner.

Erfolgskriterien für den Stillstand

Erfolgreicher Abschluss in guter Qualität, strikte Einhaltung des Terminplans und sicheres Arbeiten bei möglichst null Unfällen – das macht für Voith-Geschäftsführer Schürken den Erfolg eines Turnarounds aus. Das galt auch in diesem Fall: Das Kernprojekt wurde unter Einhaltung aller Fristen und Termine innerhalb von vier Wochen abgeschlossen. Hohe Sicherheitsstandards und verantwortungsbewusste Mitarbeiter sorgten dafür, dass jeder abends gesund und wohlbehalten nach Hause gehen konnte: Während insgesamt 140 000 Arbeitsstunden ereignete sich kein einziger Unfall – etwas worauf alle Beteiligten besonders stolz sind.

Ob Betreiber oder Technologieexperte: Wer im Betrieb 100 % gibt, will sich im Stillstand auf seinen Partner verlassen können. Damit die Operation gelingt, müssen Zeitrahmen und Umfang abgesteckt und Risiken im Voraus erfasst werden – nur so gelingt das Durchstarten. So paradox es klingt: Wenn die Anlage stillsteht geht die Arbeit erst richtig los.

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