Meilenstein Prozessautomatisierung

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Endress & Hauser

Meilenstein Prozessautomatisierung

Vom Kleinbetrieb zum Global Player der Prozessautomatisierung

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Vertrauen als entscheidender Erfolgsfaktor

Trotz aller Neuentwicklungen in dieser Zeit – Kathmann nennt noch einen weiteren, für ihn entscheidenden Erfolgsfaktor: „Das Vertrauen in Endress+Hauser ist das Wichtigste. Gerade bei einer neuen Technologie kommt es immer wieder zu Situationen, in denen nicht alles reibungslos klappt. Mein Credo war immer, dass ich die Anlage nicht verlasse, bis der Sensor funktioniert“. Die Zahlen geben ihm recht: 1989 endete mit einem Umsatz von 500 Millionen Schweizer Franken – das bis dahin beste Jahr der Firmengeschichte. Das Unternehmen beschäftigte mittlerweile mehr als 4000 Menschen auf der ganzen Welt.

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In enger Zusammenarbeit zwischen Kunden und Entwicklern wurde das Portfolio weiter ausgebaut. Hatte Endress+Hauser 1985 lediglich einen Drucksensor im Angebot, so steht heute das gesamte Spektrum zur Verfügung, u.a. eine keramische Messzelle für schwierigste Messsituationen. Ähnliches gilt für das Portfolio bei den Temperaturmessgeräten. Auch hier startete die Firma zunächst mit nur einem Sensor am Markt, heute ist man Komplettanbieter. Die Entwicklung wurde jüngst mit dem iTHERM TrustSens gekrönt, ein sich selbst kalibrierendes Thermometer, für das Endress+Hauser den Hermes-Award 2018 abräumte. Mit ihm lässt sich erstmals eine prozessabhängige automatische Inline-Kalibrierung in sehr kurzen Kalibrierintervallen durchführen.

Die 90er-Jahre waren von der Entwicklung der Feldbustechnologien geprägt – hier wurden die Grundsteine für heutige Industrie 4.0-Projekte gelegt. „Plötzlich konnte man aus den Masse-Messgeräten weitere Informationen herauslesen, wie Dichte, Temperatur und Viskosität“, erinnert sich Kathmann an die spannende Zeit. Ultraschallsensoren lieferten den Kurvenverlauf direkt aufs Display und gaben Antworten auf Fragen, wie sicher die Messung ist oder wo Störungen im System auftreten. „Das war für unsere Kunden, aber auch für uns selbst ein großer Sprung. Man erhielt Sicherheit, dass die Messung zuverlässig funktioniert.“

Der Erfolg spiegelte sich erneut im Wachstum der Firmengruppe wider. Endress+Hauser Flowtec nahm 1991 ein modernes Produktionswerk im elsässischen Cernay in Betrieb, während Conducta im gleichen Jahr mit einem neuen Werk für pH-Elektroden im sächsischen Waldheim in den Osten Deutschlands vorstieß. Zwei Jahre später bezogen die Deutschland-Holding und das Informatikzentrum ihr neues Gebäude in Weil am Rhein. Auch in Maulburg wurde wieder erweitert. Die Tochter PPE (Photo Print Electronic) errichtete 1997 im französischen Pulversheim ein zweites Werk für Leiterplatten, und im schweizerischen Reinach errichtete Flowtec einen großen Forschungs- und Entwicklungsbau. Ebenfalls in den 90er-Jahren stand ein Generationenwechsel an der Führungsspitze an: Georg H. Endress übergab 1995 den Staffelstab an seinen Sohn Klaus Endress, der bis ins Jahr 2014 als CEO die Geschicke der Firmengruppe lenkte.

Ein Unternehmen für die gesamte Automatisierung

Dank des breiten Portfolios und des Know-hows in der Digitalisierung wurde Endress+Hauser immer häufiger angefragt, wenn es um die vollständige Projektierung und Ausrüstung von Anlagen ging, etwa für eichfähige Dosieranlagen oder Tanklager. Das Unternehmen reagierte mit der Gründung der Endress+Hauser Process Solutions AG im schweizerischen Reinach im Jahr 2000. Damit war der Schritt vom Messgerätelieferanten zum Anbieter automatisierungstechnischer Gesamtlösungen endgültig zementiert.

Auf dem Gebiet der gerätenahen Lösungen bieten die People for Process Automation u.a. mechanische Anpassungen an, z.B. die Installation von Bypassrohren oder Komplettlösungen für die Dampfmessung sowie Verladeanlagen für Schiffe und Tankwagen. Neben dem Engineering geht es häufig auch um die Beratung und den Kontakt zu Eichbehörden. In dieses Themengebiet fallen Inventory Management-Systeme in Tankfarmen für eine sichere Bestandserfassung. Der Komplex der Analysenlösungen wird ebenfalls abgedeckt – angefangen bei maßgeschneiderten Analyse-Panels, die Module zur pH- und Leitfähigkeitsmessung enthalten, bis hin zu intelligenten Messcontainern.

Das Aufgabengebiet ist extrem weit. „Unsere Ingenieure kümmern sich um die vollständige Systemintegration – vom Basic- und Detailengineering über den Support bis zur Wartung, und zwar entlang des gesamten Lebenszyklus“, erklärt Peter Dietrich, Abteilungsleiter für Automatisierung/Digitalisierung bei Endress+Hauser, und streicht den besonderen Vorteil heraus: Man agiere unabhängig vom Leitsystemhersteller. Zugute kommt dabei das eigene, zertifizierte Feldbuslabor. „Dadurch sind wir in der Lage, herstellerübergreifende Automatisierungslösungen vor dem Aufbau beim Kunden zu prüfen. Das spart Zeit und nimmt den Druck bei der Inbetriebnahme“, so Dietrich. Seit rund vier Jahren setzt Endress+Hauser überdies auf das Partnerprogramm Open Integration, mit dem herstellerübergreifend intelligente Lösungen entwickelt werden.

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Über den Autor

 Sabine Mühlenkamp

Sabine Mühlenkamp

freie Journalistin, Pressebüro Mühlenkamp