Tag 2 der NAMUR-Hauptsitzung 2016

Vom Feldgerät über Modularisierung bis Data Mining

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Ohne Data Mining kein Industrie 4.0

Informations- und Kommunikationstechnologie ermöglichen heute Lösungen, die vor einigen Jahren noch nicht möglich oder unwirtschaftlich sind. Data Mining ist ein Beispiel für eine Technologie, deren Nutzen zwar vor zehn Jahren erkannt, aber noch nicht umsetzbar war. In diesem Zusammenhang sprach Thorsten Pötter, Bayer AG, über die Herausforderungen einer intelligenten Datenanalyse und bot damit einen Ausblick auf das Thema der nächsten Namur-Hauptsitzung. Seine These: „Informationen, nicht Daten, sind das Gold des 21. Jahrhunderts.“ Denn smarte Geschäftsentscheidungen benötigen die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Dabei gab er einige Denkanstöße, wo wir heute stehen. So existieren in der gesamten Produktionskette bereits heute Informationssysteme, die jede Menge Informationen liefern. Die Frage liegt nahe, ob es möglich ist, diese Datenquellen weiter zu nutzen und wenn ja, wie? Eine Idee ist die Automatisierung der Denkarbeit, was gemeinhin unter dem Dach des Manufacturing Intelligence beschrieben wird.

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Für die Vielfalt der Daten könnte es ein Global Batch Cockpit geben, mit dessen Hilfe die verschiedenen Datentöpfe angezapft werden. Darin können Vergleiche mit der Vergangenheit (Rückblick), ein Online-Monitoring (Gegenwart) oder auch eine Produktionsplanung (Zukunft) dargestellt werden. Immer im Blick sollte man dabei den Zweck einer solchen Datenanalyse haben und was man eigentlich genau mit der Datenanalyse erreichen möchte. Und nicht zuletzt ist die Darstellung der Informationen entscheidend für die Akzeptanz in der Praxis.

GE Digital ist Sponsor der NAMUR-Hauptsitzung 2017

Data Mining kann jedoch tatsächlich eine Goldgrube sein. So nannte Pötter als Beispiel ein Projekt von GE Digital, bei dem Daten von mehr als 35.000 Maschinen gesammelt und 100 Millionen Flugdaten pro Jahr verarbeitet wurden. Die Kombination von analytischen Methoden bei einem hohen Datenvolumen und die physikalische Modellierung führten zur frühzeitigen und genaueren Fehlererkennung. Dadurch ließen sich die operativen Störungen signifikant minimieren. Die Anwender von Mess- und Automatisierungstechnik in der Prozessindustrie dürfen auf jeden Fall gespannt sein, wie sich diese Ansätze auf ihre Branche übertragen lassen.

Die nächste Namur-Hauptsitzung steht unter dem Titel ‚Mastering the digital transformation of the process industry‘ und wird von GE Digital gesponsert. Das Unternehmen und seine Schwestergesellschaft GE Oil & Gas haben vor wenigen Monaten mit Technip eine Absichtserklärung unterzeichnet, um gemeinsam neue digitale Lösungen für den Bau und das Design von LNG-Projekten zu finden. Die beiden Unternehmen werden zusammenarbeiten, um die Anwendungen von Predix, einer Cloud-basierten Plattform von GE, und die digitalen Lösungen in den Bereichen technische Planung, Bau, Inbetriebnahme und in den verschiedenen Betriebsabläufen für LNG-Anlagen zu erforschen.

Akzo Nobel beispielsweise nutzt die Industrial-Internet-Lösungen von GE, um die firmeneigenen Betriebsabläufe zu revolutionieren. So hat das Chemieunternehmen in einem schwedischen Werk die Kapazität um 20 Prozent gesteigert, Durchlaufzeiten verkürzt und die Rückverfolgbarkeit erhöht, um einen verbesserten Kundenservice anbieten zu können. Darüber hinaus wird auch Yara, der weltgrößte Produzent von Ammoniak, Nitraten und NPK, Digital Smart Signal - einen Bestandteil der GE-APM-Suite – nutzen, um Spitzenleistungen in der Produktion zu erzielen und die Anlagenproduktivität zu erhöhen. Yaras Produktionssparte arbeitet derzeit mit GE an der Begrenzung von Ausfallzeiten in der Produktion. Das Ferrara-Werk dient dabei als Teststandort für Verfahrensoptimierung und digitale Verbesserungen. Gelungene Applikationsbeispiele, die sicher auch auf der nächsten Hauptsitzung vertieft präsentiert werden.

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