Klebharze Verbesserung bei der Herstellung von Koresin

Redakteur: Gabriele Ilg

Zwei Mitarbeiter von BASF in Ludwigshafen haben durch eine neue Rezeptursteuerung die Produktion des Phenolharzes Koresin in einer Vinyletherfabrik gesteigert und so hohe Einsparungen ermöglicht.

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Zwei BASF-Mitarbeiter vor dem Reaktor der Vinyletherfabrik (Bild: BASF)
Zwei BASF-Mitarbeiter vor dem Reaktor der Vinyletherfabrik (Bild: BASF)

Weniger ist manchmal mehr – das zeigt der Verbesserungsvorschlag zweier BASF-Mitarbeiter in einer Vinyletherfabrik. Durch das Reduzieren der Füllmege des Reaktors in der Fabrik und eine längere Kühlung des Produkts könnten im ersten Jahr mehrere 100 000 Euro eingespart werden, erklärt BASF.

Um das in der Reifenindustrie begehrte Klebharz Koresin herzustellen, wird zunächst ein Homogenkatalysator mit dem flüssigen Rohstoff in einem Kessel gemischt. Anschließend wird diese Mischung in den Reaktor gepumpt und ein Gas zugegeben. „Bei diesem Mischvorgang entstehen unvermeidbar Ablagerungen, die den Füllstand des Reaktors erhöhen. Dadurch wird das reaktive Gas langsamer in die Flüssigkeit gemischt“, sagte ein Mitarbeiter.

Um dem entgegenzuwirken hatte er die Idee, weniger Flüssigkeit in den Reaktor zu geben, um so mehr Angriffsmöglichkeit für das Gas zu schaffen. Durch diese neue Rezeptursteuerung verringere sich die Reaktionszeit um mehrere Minuten. Zwar entstehe pro Partie weniger Koresin, durch die verkürzte Zeit könne aber eine zusätzliche Partie pro Tag gefahren werden. Über ein Jahr gerechnet entspricht dies mehr als einer Wochenproduktion.

Allerdings hatte die Änderung der Rezeptursteuerung einen Haken: Sie führte zu einem Temperaturanstieg im Entgaser, in dem die Stoffe weiterverarbeitet werden. Ein weiterer BASF-Mitarbeiter machte daraufhin den Vorschlag, die Kühlung des Reaktors erst dann zu beenden, wenn das Produkt in den Entgaser überführt ist. Dadurch werde zwar mehr Energie verbraucht, die Spezifikation des Endprodukts bleibe aber gewährleistet.

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