Interview

VDMA-Initiative setzt auf Grüne Technologien für den Maschinenbau

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PROCESS: Nach welchen Prinzipien hat der Verband diese Nachhaltigkeitskriterien erstellt?

Mages: Es gibt unternehmensspezifische Kriterien, die jedes Unternehmen erfüllen muss, das Partner der Initiative Blue Competence werden möchte. Diese fokussieren auf das gesamte Unternehmen, seine Produktion, seine Prozesse sowie seine Produkte und Dienstleistungen. Es war uns wichtig, hier einen ganzheitlichen Ansatz zu wählen und nicht nur produktspezifische Kriterien zu betrachten.

So finden sich in den Kriterien beispielsweise neben Konstruktionsrichtlinien, die nachhaltige Aspekte beinhalten, auch Kriterien wie „Das Serviceangebot des Partners beinhaltet die fachgerechte Beratung zu Energieeffizienz /Ressourcenschonung…“ oder „Der Partner unterhält ein Managementsystem, in dem auch nachhaltige Ziele … vorgegeben und überwacht werden…“. Darüber hinaus ist es für die teilnehmenden (Fach-)Verbände möglich, noch zusätzlich technische Kriterien zu definieren, welche die Unternehmen und Produkte erfüllen müssen.

PROCESS: Frau Stephan, der Maschinen- und Anlagenbau sieht sich selbst als einen bedeutenden Innovationstreiber für Energieeffizienz. Wie hoch schätzt der VDMA das Einsparpotenzial, das durch die Nutzung innovativer Maschinen in der Industrie entsteht?

Juliane Stephan: Der VDMA hat zu dieser Frage eine Studie durchführen lassen. Die Ergebnisse sind beeindruckend. Alle Abnehmerbranchen des Maschinen- und Anlagenbaus, das sind das Produzierende Gewerbe, der Verkehrssektor, der Bausektor, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen und der Energiesektor, sparen heute im Vergleich zu vor zehn Jahren durch den Einsatz effizienter Technologien des Maschinen- und Anlagenbaus Endenergie in Höhe von 629 PJ (175 TWh) pro Jahr. Zum Vergleich: Dies entspricht dem Strombedarf aller rund 48 Millionen privaten Haushalte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Einsparungen werden in etwa gleichen Teilen durch effiziente Technologien der Technologieanbieter und durch deren intelligenten Einsatz auf Seiten der Anwender realisiert.

In allen betrachteten Abnehmerbranchen können in zehn Jahren weitere erhebliche Endenergieeinsparungen erzielt werden. Unternehmen des Maschinenbaus und deren Anwender gehen im Vergleich zu heute von Endenergieeinsparungen von jährlich 1169 PJ (325 TWh) in zehn Jahren aus. Vergleichbar ist das mit dem Strombedarf aller rund 90 Millionen privaten Haushalte in Frankreich, Italien, dem Vereinigten Königreich, Irland und Spanien. Dies stellt nahezu eine Verdoppelung der im Vergleich zu vor zehn Jahren erzielten Energieeinsparungen dar.

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