Doppelter Feuerwehreinsatz

Tödlicher Arbeitsunfall und Gasalarm in Heilbronn

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Nach ersten Erkundungen stellte sich heraus, dass es sich um Säuredämpfe handelte. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr begannen sofort mit mehreren Löschrohren u.a. von der Drehleiter die Dämpfe, die vom Wind in südliche Richtung getrieben wurden, mit Wassersprühstrahl niederzuschlagen. Gleichzeitig führten zwei Spezialfahrzeuge der Feuerwehr Messungen durch.

Mehrere Polizeistreifen sperrten den Bereich Salz-, Imlin- und Austraße ab und warnten mit Lautsprecherdurchsagen die umliegenden Firmen und Bewohner. Ein Hubschrauber der Polizei überflog die Einsatzstelle um die Schadstoffwolke zu lokalisieren. Nachdem der Austritt von Dämpfen gestoppt werden konnte und keine Schadstoffe mehr messbar waren, erfolgte gegen 08:45 Uhr die Aufhebung der Straßensperrungen.

Insgesamt mussten sechs Personen von umliegenden Firmen mit Atembeschwerden vom Rettungsdienst vorsorglich ins Krankenhaus gebracht werden.

Neben den Einsatzkräften der Polizei und des Rettungsdienstes war die Berufsfeuerwehr Heilbronn und die Freiwillige Feuerwehr der Abteilungen Heilbronn und Böckingen sowie die Feuerwehr Neckarsulm im Einsatz.

Bedienfehler

Wie die Polizeidienststelle mitteilt, konnten die Salzsäuredämpfe offensichtlich wegen eines Bedienfehlers des zuständigen Arbeiters entweichen. Derzeit gehen die Beamten des Arbeitsbereichs Umwelt und Gewerbe der Polizeidirektion Heilbronn davon aus, dass der Arbeiter einen Wasserhahn nicht kontrollierte und deshalb eine zu große Menge Wasser in die Anlage einströmen konnte. Dadurch ergab sich ein zu hoher Gasdruck, durch den ein Ausgleichsgefäß beschädigt wurde. So konnten etwa 37 Kubikmeter Salzsäuredämpfe über die Deckenventilatoren ins Freie gelangen. Die Dämpfe verflüchtigten sich jedoch so schnell, dass schon kurze Zeit danach bei Messungen durch die Berufsfeuerwehr keine relevanten Mengen mehr festgestellt werden konnten.

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