Technische Spezifikationen Technische Spezifikationen unter Applikationsbedingungen am Beispiel von MID- und Radar-Füllstandtechnik

Autor / Redakteur: Rolf Panzke / Dr. Jörg Kempf

Unter Applikationsbedingungen weichen viele Prozessinstrumente deutlich von den Angaben in den technischen Spezifikationen ab. Vielen Anwendern ist dies nicht bewusst. Um eine optimale Lösung für jede noch so schwierige Applikation zu bieten, sind die Hersteller gefordert, neben den Werten unter Idealbedingungen in Zukunft auch bei den Spezifikationen unter ungünstigen Applikationsbedingungen Farbe zu bekennen.

Anbieter zum Thema

Die steigenden Anforderungen an Prozesstechnologien stellen Hersteller von Messgeräten vor große Herausforderungen hinsichtlich Messsicherheit, Reproduzierbarkeit, Kommunikation, intelligente Diagnosefunktionen (prädiktive/präventive Instandhaltung), Standzeiten (Product Lifecycle), internationale Zulassungen und Industriestandards. Die Komplexität der zu berücksichtigenden Faktoren erschwert es, die technischen Spezifikationen in ihren Datenblättern transparent und nachvollziehbar zu beschreiben sowie den Support bei anspruchsvollen Applikationen und Lösungen zur Prozessoptimierung zu gewährleisten.

Anwender achten zunehmend bereits in der Planung der Anlagen auf die Lebenszykluskosten (Total Cost of Ownership –TCO), angefangen von der Auslegung der Instrumentierung, über Beschaffung der Geräte, elektrische und mechanische Installation der Systeme, Inbetriebnahme, Wartung und Entsorgung der Komponenten sowie Optimierung der Produktionsprozesse hinsichtlich der Produktionskosten, Produktionsquantität, Produktionsqualität bis hin zur Reproduzierbarkeit der Produktionsprozesse. Folglich müssen die Lieferanten von Automatisierungskomponenten ihre Kunden bei der Optimierung ihrer Kosten unterstützen.

Praxisgerechte Spezifikationen derzeit Mangelware

Sehr häufig treten schon bei Typenprüfungen von Messsystemen erhebliche Abweichungen auf, ebenso bei der Inbetriebnahme und im laufenden Betrieb in unterschiedlichen Applikationen. Daher ist es mit zunehmender Masse wichtig, dass die Lieferanten die Referenz- und Testbedingungen der technischen Spezifikation in ihrer Dokumentation im Detail und vor allem nachvollziehbar beschreiben. Die Anwender erwarten für jede Applikation eine optimale Lösung – mit höchster Messsicherheit, zu niedrigsten Kosten. Deshalb müssen die Hersteller in Zukunft die technischen Eigenschaften auch unter ungünstigen Applikationsbedingungen spezifizieren – zusätzlich zu den Angaben unter Idealbedingungen.

(ID:283821)