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Meilenstein Messtechnik

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VEGA

Meilenstein Messtechnik

Taktgeber für Füllstand- und Druckmessung

Seite: 3/3

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80 GHz erobern die Welt

Seit mehr als 20 Jahren ist Vega Marktführer im Bereich der Füllstandmessung mit Radar. 1997 brachte man das erste Zweileiter-Radargerät der Welt auf den Markt, nur ein Jahr später waren bereits 6300 Stück weltweit verkauft. Doch diese Zahl ist kein Vergleich mit den aktuellen Zahlen. Im Jahr 2018 wurden fast 100 000 Radar-Füllstandmessgeräte verkauft. Zu verdanken ist dieser Durchbruch der Vegapuls-Baureihe, die dank des höheren Frequenzbereichs von 80 GHz und des schmalen Messstrahls viele Anwendungsgebiete erobert und anderen Messprinzipien den Rang abgelaufen hat. Sowohl der Vegapuls 69 für Schüttgüter als auch der Vegapuls 64 für Flüssigkeiten haben sich mittlerweile als echte Problemlöser erwiesen.

„Der Vegapuls meistert Füllstandmessaufgaben, die bisher von keinem oder nur mit viel Aufwand und von sehr viel teureren Geräten bewältigt werden konnten“, erklärt Entwicklungsleiter Deck. Er misst z.B. auch in sehr kleinen Behältern, da die Sensoren eine sehr niedrige Blockdistanz besitzen. Zudem trotzen die Sensoren aggressiven und anhaftenden Dämpfen, wie im Betrieb eines französischen Titandioxid-Herstellers, der trotz beträchtlichen Aufwands für die Instandhaltung zuvor nur unzureichende Messwerte erhielt. Weitere Beispiele für extrem aggressive Anwendungen, die dank 80 GHz-Technik gelöst werden konnten, sind die Messung von Flusssäure oder die Aufbereitung in der Platingewinnung. Dank PTFE-plattierter Geräteausführung können hier sogar Standard-Sensoren verwendet werden.

Rohstoffe managen

Eine besondere Aufgabe kommt der Füllstandmesstechnik bei der Bestandsmessung zu. Bei der VMI (Vendor Managed Inventory)-Lösung von Vega handelt es sich um eine webbasierte Software zur Datenerfassung und Visualisierung von Füllstanddaten, beispielsweise in Lagertanks und Silos. Sie ermöglicht Anwendern eine optimale Logistik ihrer Rohstoffe – vom Lieferanten bis in die Produktion. „Mit dieser Technik kann man direkt in die Silos der Kunden hineinschauen und bei Bedarf eine Bestellung auslösen. Damit geben Unternehmen die Verantwortung für ihr Rohstoffmanagement ab“, erklärt Deck.

In gewisser Weise wurde hier Industrie 4.0 vorweg gedacht, denn die VMI-Lösung von Vega wurde lange vor Industrie 4.0 auf den Weg gebracht. Das Prinzip ist dabei gleich geblieben, die Art der Datenübertragung hat sich jedoch geändert. Wurden damals Daten über Modem versendet, können diese heute direkt aus dem Sensor in die Cloud transportiert und dort vom Lieferanten bearbeitet werden, der beispielsweise die Belieferung mit einem Produkt anstößt. Dabei ist nicht nur ein Bestandsmanagement denkbar. Die Daten lassen sich auch weiterverarbeiten und in ERP-Systemen nutzen. Typische Anwendungen sind die Belieferungen von Großbäckereien mit unterschiedlichsten Mehlsorten, Tankstellenbelieferungen mit Zusatzstoffen wie Adblue, interne Produktbelieferungen in Chemieparks oder der Einsatz von mobilen Silos in der Baustoffindustrie.

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Für die letztgenannte Anwendung wurde im Übrigen eine weitere Entwicklung angestoßen: Die Kommunikationseinheit Plicsmobile musste mit robusten und langlebigen Akkus ausgestattet werden, um einen sicheren Betrieb auf Baustellen zu gewährleisten. „Das scheint erst einmal nebensächlich, letztlich aber muss solch ein Zubehör genauso zuverlässig funktionieren wie die Sensoren selbst“, betont Deck.

Auf in die Industrie-4.0-Welt

Keine Frage: Messgeräte spielen eine wichtige Rolle im Digitalisierungsprozess. Schließlich liefern sie die Informationen, die nicht nur für die Steuerung und Regelung von Prozessen notwendig sind, sondern auch für die Entwicklung weiterer Konzepte im Sinne von Industrie 4.0. „Dabei geht es jedoch nicht um Digitalisierung um jeden Preis, sondern es muss immer darum gehen, einen Nutzen für den Anwender zu generieren“, ist Deck überzeugt und nennt als Beispiel die Einführung der Bluetooth-Schnittstelle für Vega-Messgeräte.

In erster Linie ging es darum, eine Lösung zu finden, mit der man Messdaten direkt zum Anwender bringen kann. Hierzu muss man wissen, dass z.B. Füllstandsensoren häufig in explosionsgefährdeten Bereichen, in Behältern mit toxischen oder abrasiven Produkten oder in schwindelerregender Höhe auf Silos angebracht sind. Ein direktes Ablesen ist also ebenso schwierig wie das Verlegen von Kabeln. Über Bluetooth gelingt dies drahtlos via Smartphone, Tablet oder Laptop. Auch die Implementierung ist einfach, wie der Entwicklungsleiter versichert. „Sie schrauben den Deckel ab, setzen das Anzeige- und Bedienmodul Plicscom auf und schrauben den Deckel wieder fest – fertig!“

Gerade die Entwicklung der Bluetooth-Schnittstelle bzw. die Möglichkeit der Bedienung über Apps – also direkt von einem Smartphone oder einem Tablet – ist ein gutes Beispiel für den weiteren Weg bei Vega. „Wir werden weiterhin flexibel auf den Bedarf des Marktes reagieren und müssen neue technische Anforderungen in den Messgeräten schnell umsetzen“, so Deck. „Es geht darum, agil zu bleiben, ohne natürlich die Sicherheit und Zuverlässigkeit zu vernachlässigen.“ Dabei muss auch der Kostenfaktor berücksichtigt werden.

Ob Füllstand- oder Druckmessung – für beide Messprinzipien sieht Deck den Trend weiter in Richtung kleinere Messgeräte und einfachere Bedienung gehen. „Hier haben wir mit dem plics-Konzept in der Vergangenheit schon einen guten Eckpfeiler gesetzt. In Zukunft werden solche Aspekte immer wichtiger, gerade wenn es um die Integration in das Industrie-4.0-Umfeld geht.“ Tief im Schwarzwald, im beschaulichen Schiltach sind die Messtechnik-Experten für die Zukunft gerüstet.

Ergänzendes zum Thema
Begründung der Redaktion: Darum hat Vega den Meilenstein verdient

Dr. Jörg Kempf, Chefredakteur PROCESS
Dr. Jörg Kempf, Chefredakteur PROCESS
( Bild: PROCESS )

„We love Radar“ – dass das bei Vega nicht nur Markenspruch, sondern gelebter Spirit ist, das spürt man sofort, wenn man den Firmensitz in Schiltach betritt. Ich durfte dies in den vergangenen gut 20 Jahren meines „PROCESS-Lebens“ schon mehrfach - u.a. immer dann, wenn ein weiterer Meilenstein der Füllstandmessung exklusiv präsentiert wurde – ein Privileg der Fachpresse. Ob weltweit erstes Zweileiter-Radar, plics-Konzept oder natürlich jüngst Vegapuls 64: Es war und ist faszinierend, wie es den „Gelben“ immer wieder gelingt, sich selbst, aber vor allem auch die Anwender für ihre Technologie zu begeistern. Das sind Gene, die wahre Technik-Pioniere auszeichnen. Und verdient den Meilenstein Messtechnik!

* Die Autorin is freie Mitarbeiterin bei PROCESS.

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