Wasserkraftwerk im Kleinformat Stromerzeugung ohne Emissionen im Industriepark Höchst

Redakteur: Gabriele Ilg

Die Idee ist einfach: Wie in einem Wasserkraftwerk wird die potenzielle Energie des Wassers genutzt, das eine an einen Stromgenerator angeschlossene Turbine antreibt. Nun gibt es im Industriepark Höchst keine Staudämme und auch keine Wasserfälle in beträchtlicher Höhe – aber die Biohochreaktoren. Sie sind Teil der Abwasserreinigungsanlage von Standortbetreiber Infraserv Höchst laut dessen Aussage sie neuerdings Strom produzieren, ganz ohne Emissionen.

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Kleines „Wasserkraftwerk“ im Industriepark Höchst (Bild: Infraserv Höchst)
Kleines „Wasserkraftwerk“ im Industriepark Höchst (Bild: Infraserv Höchst)

Frankfurt/Main – In diesen etwa 20 000 m3 fassenden Behältern wird das Abwasser aus den Produktionsanlagen im Industriepark Höchst mithilfe von Bakterien biologisch gereinigt. In den integrierten Nachklärbecken sinkt der Bakterienschlamm nach unten ab, das geklärte Wasser läuft am oberen Rand der Behälter in eine Überlaufrinne und von dort über Rohrleitungen in das Kanalsystem Richtung Main.

„Wir haben verschiedene Möglichkeiten untersucht, wie wir die Fallenergie des Wasser nutzen könnten“, berichtet Projektleiter Wolfgang Zang von Infraserv Höchst. „Schließlich entschieden wir uns für die im Grunde sehr einfache, aber wirtschaftliche Lösung, eine Pumpe mit Motor im Rückwärtslauf einzusetzen, die damit wie eine Turbine mit Generator wirkt. Die am Boden stehende Pumpe ist mit dem Fallrohr des Biohochreaktors verbunden. Das fallende Wasser trifft auf das Laufrad der Pumpe und treibt den Motor an, der dadurch als Generator arbeitet und Strom erzeugt.“

Das kleine Wasserkraftwerk hat eine Leistung von 30 Kilowatt und könnte den Strombedarf von etwa 60 Familienhaushalten decken. „Und weil der Strom völlig emissionsfrei und eigentlich als Nebenprodukt der Abwasserreinigung erzeugt wird, wird die Einspeisung gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz auch vergütet“, so Wolfgang Zang.

Weiterer Baustein zu mehr Energieeffizienz

„Diese Investition passt hervorragend in unser Energieversorgungskonzept für den Industriepark Höchst“, betont Infraserv-Geschäftsführer Dr. Roland Mohr. „Für uns hat Energieeffizienz oberste Priorität. Deshalb arbeiteten wir auch kontinuierlich daran, unsere eigenen Energieerzeugungsanlagen auszubauen und zu optimieren, um die gewonnene Energie so effizient wie möglich einzusetzen. Wir tun dies nicht nur mit Investitionen in große, neue Anlagen wie unsere Biogas- oder die Ersatzbrennstoffanlage, sondern auch durch Optimierungen im kleineren Maßstab, wie dieses Projekt zeigt. Nur so können wir einerseits unseren Kunden wettbewerbsfähige Energiepreise anbieten und zum anderen einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

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